Abschluss der Papstreise
Türkei feiert Benedikts Moschee-Besuch

Mit einer Messe hat Papst Benedikt XVI. seine viertägige Türkeireise beendet. Die türkischen Medien kommentierten den Besuch begeistert und bezeichneten den Besuch in der Blauen Moschee als historisches Ereignis. Nun wird über den Charakter seines Gebetes diskutiert.

HB ISTANBUL. Zum Abschluss seiner Türkeireise hat Papst Benedikt XVI. am Freitag eine Messe in Istanbul gefeiert. An dem Gottesdienst in der katholischen Heiliggeistkirche beteiligten sich auch der orthodoxe Patriarch Bartholomäus I., geistliches Oberhaupt der weltweit mehr als 250 Millionen orthodoxen Christen, sowie der armenische Patriarch Mesrob II. Benedikt, der im Hof der Kirche von einer begeisterten Menge begrüßt worden war, betonte in seiner Predigt erneut den Wunsch nach Überwindung der 1000-jährigen Kirchenspaltung.

„Die Spaltungen unter den Christen sind ein Skandal für die Welt und ein Hindernis bei der Verkündung des Evangeliums“, sagte Benedikt während der Zeremonie in der bis auf den letzten Platz gefüllten St.-Georgs-Kirche am Sitz des Patriarchen. Die sich zum Papst in Rom bekennende Kirche und die Ost-Kirche brachen im Großen Schisma von 1054 auseinander. Erst seit 1965 gibt es auf beiden Seiten ernsthafte Bemühungen, zur Einheit zurückzufinden.

Benedikt erinnerte daran, dass sein Vorgänger Johannes Paul II. bereits vor 26 Jahren bei einem Besuch in Istanbul den Wunsch nach Rückkehr zur „vollständigen Einheit“ der Kirchen geäußert habe. „Dieser Wunsch ist bislang noch nicht Wirklichkeit geworden und der Papst sehnt sich noch immer danach“, sagte Benedikt. Die Kirchen müssten alle Anstrengungen unternehmen, um den Weg zur Versöhnung ohne Zögern fortzusetzen. Gegen Mittag fliegt Benedikt zurück nach Rom.

Am Donnerstag hatte Benedikt XVI. mit dem Mufti von Istanbul die Blaue Moschee besucht. Während der Mufti im Inneren der Blauen Moschee laut betete, war Bnedikt dabei zu sehen, wie er - offenbar ebenfalls im Gebet versunken - die Lippen bewegte. Seine Arme hielt er in Höhe der Hüften verschränkt, während er etwa eine Minute neben dem muslimischen Geistlichen verharrte.

Beim Verlassen der Moschee hörten Reporter den Papst zum Mufti sagen: „Vielen Dank für diesen Moment des Gebets“. Der Vatikan erklärte anschließend, es habe sich eher um einen Moment der Reflexion und der Meditation gehandelt - um ein persönliches, aber kein öffentliches Gebet.

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