Acht deutsche Opfer bei Anschlag in der Türkei: „Feinde aller Menschlichkeit“

Acht deutsche Opfer bei Anschlag in der Türkei
„Feinde aller Menschlichkeit“

Ein Selbstmordattentäter hat im Istanbuler Touristenviertel mindestens acht deutsche Touristen getötet. Die Spur führt zur Terrororganisation IS. Für Kanzlerin Merkel sind die Täter „Feinde aller Menschlichkeit“.
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Istanbul, FrankfurtNach dem Terroranschlag mit mehreren deutschen Todesopfern in Istanbul reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an diesem Mittwoch in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Kollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur lag der Bundesregierung bis Dienstagabend keine Hinweis darauf vor, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet hatte.

Der Angreifer sprengte sich nach türkischen Angaben am Dienstag mitten einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft.

Unter den Todesopfern ist nach Angaben der Potsdamer Landesregierung auch ein Ehepaar aus Brandenburg. Zwei 71 und 73 Jahre alte Eheleute aus Falkensee bei Berlin seien umgekommen, sagte Regierungssprecher Andreas Beese. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zutiefst erschüttert von ihrem Tod. „Hier wurden Unschuldige Opfer sinnlosen Terrors“, sagte Woidke nach Angaben Beeses.

Türkei will Kampf gegen IS fortführen

Der 28 Jahre alte Attentäter habe der Terrormiliz angehört, sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu in Ankara. Davutoglu kündigte an, der Kampf gegen den IS werde fortgesetzt, bis die Terrormiliz keine Gefahr mehr darstelle.

Davutoglu sprach Kanzlerin Angela Merkel sein Beileid und Bedauern aus. In Ankara sagte er, alle Todesopfer seien Ausländer gewesen. Zwei Leichen waren am Abend noch nicht identifiziert, wie das peruanische Außenministerium unter Berufung auf die türkische Polizei berichtete. Das Ministerium in Lima relativierte damit frühere Angaben, wonach ein Todesopfer aus Peru gekommen sei.

Die Bundeskanzlerin hat den Anschlag als „mörderischen Akt“ verurteilt. „Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Die Kanzlerin betonte: „Genau diese Freiheit und unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit unseren internationalen Partnern gegen diese Terroristen vorzugehen, werden sich aber durchsetzen.“

Merkel sagte, sie trauere um die Opfer und denke voller Anteilnahme an die Angehörigen. Möglicherweise könne es noch weitere Todesopfer geben. „Wir können zur Stunde noch nicht wissen, ob es bei dieser Zahl bleibt.“ Nicht vergessen werden dürfe dabei die Türkei, die immer wieder zum Ziel des Terrors werde. „Wir fühlen uns den Menschen in der Türkei in Solidarität verbunden“, sagte die Kanzlerin.

Präsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hätten sie in Telefonaten über den Ermittlungsstand unterrichtet und ihr das Beileid der Türkei übermittelt. Nach türkischen Angaben wurden insgesamt mindestens 10 Menschen getötet und 15 weitere verletzt. Erdogan machte in Ankara einen „Selbstmordattentäter syrischer Herkunft“ für die Tat verantwortlich. Offizielle Zahlen zu den deutschen Opfern gibt es von der Bundesregierung bislang allerdings nicht.

Unter den acht deutschen Opfern sind mehrere Touristen eines Berliner Reiseunternehmens. „Die schrecklichen Ereignisse des heutigen Tages machen uns tief betroffen“, sagte der Geschäftsführer der Lebenslust Touristik GmbH Berlin, Marco Scherer. Die Deutschen waren nach Angaben des Sprechers des Reiseunternehmens, Ingo Leßmann von der sk-medienconsult, auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Reisegruppe sollte von Istanbul über Dubai nach Abu Dhabi reisen.

Dass Bundeskabinett kam am Dienstagabend zu einer Sondersitzung zusammen. Kanzlerin Merkel und ihre Minister erhoben sich dabei von ihren Sitzen, um den Todesopfern zu gedenken. Die Kabinettsmitglieder informierten sich über die Lage in Istanbul.

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  • Jetzt ist es soweit, Deutschland und Deutsche Staatsbürger sind definitv im Fadenkreuz der IS. Wer was anderes gedacht hat in der Vergangenheit war zu naiv. Dafür muss die IS und wie sie alle heisen nicht mal nach Deutschland kommen und in Gefahr zu geraten doch noch erwischt zu werden bevor sie uns Terrorisieren bzw. töten können. Nein, es reicht schon einfach an Touristennorten zu warten um sich dann mitten in einer Touristengruppe hochzusprengen. Wir und alle anderen Ungläubigen sind nirgends sicher, da hat uns Paris gezeigt und zeigt uns jetzt Istanbul. Wir dürfen uns aber nicht untekriegen lassen von den Fanatikern, den jetzt nicht mehr in den Urlaub zu fahren oder ich zuhause zu verstecken bringt auch nichts, damit hätten die Terroristen nur das erreicht was sie wollen, uns handlungsunfähig zu machen.

    Es hilft hier nur eins - wir alle, Christen, Muslime, etc müssen uns zusammenschliessen und den Terror bekämpfen und das Geld entziehen wo es nur geht, damit die Drahtziieher hinter solchen Anschlägen austrocknen und ihre Gehirnwäschen nicht mehr weiter verbreiten können and soclhe die sich dann mit freuden in die Luft sprengen und denken sie hätten etwas Gutes getan.

  • hihi, als wenn das etwas ändern würde.

    400 - 600 Mio Flüchtlinge sind denkbar. Mal seehn, wann der Kessel platzt. Dass er platzen wird, ist so klar, wie Kloßbrühe.

    Bis dahin sollte jeder seine Sicherheit in seine Hände nehmen (Bürgerwehr) und wenn es soweit ist, sollte man auch im Ausland sein Geld (als Trader) verdienen können. Erika hat ja schon ihre Farm in Südamerika, wohin sie flüchtet, wenn ihr hier die Fetzen um die Ohren fliegen. Die Grünen IS-Aktivisten werden vorrübergehen iwo im Nahen Osten untertauchen und dann nimmt das Schicksal seinen reiniegnden Lauf.

  • Frau Merkel könnte etwas machen, z.B. sofortige Grenzsicherung nach dem Vorbild von Dänemark und Schweden und vieler anderer europäischer Staaten.

    Sie macht es nicht, mit unglaublichem Starrsinn und Lernresistenz.

    Eine einzelne Frau, die "zufällig" Kanzlerin ist, setzt sich hinweg über das nunmehr rechtsstaatlich Erforderliche.

    Das ist eine Art Kanzlerdiktatur im Sinn von Carl Schmitt, der einmal gesagt hat 1934, "Der Führer setzt das Recht".

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