Acht Frauenleichen
New Yorker Polizei jagt Serienmörder

Die Polizei in Long Island hat acht tote Frauen an den Stränden nahe New York gefunden, nach weiteren Leichen wird gesucht. Ist die Insel, auf der sich die Reichen aus New York erholen, Schauplatz einer Mordserie?
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New YorkIm Sommerparadies von New Yorks Geldadel scheint ein Serienmörder am Werk zu sein: Bereits acht Frauenleichen hat die Polizei an zwei Strandabschnitten im Süden von Long Island geborgen.

Sie waren in Sackleinen gewickelt und nur wenige Schritte von der Durchgangsstraße entfernt in Büschen versteckt. Nach einem Bericht der Lokalzeitung „Newsday“ vom Dienstag schließen die Ermittler daraus, dass der Täter seine Opfer vom Auto aus dort ablud.

Den ersten grausigen Fund machte die Polizei bereits im Dezember: Jeweils nur wenige Meter voneinander entfernt entdeckten sie vier Leichen an Long Islands Gilgo-Strand. Die vier Opfer konnten identifiziert werden. Sie waren Prostituierte und hatten ihre Dienste über das Internetportal Craigslist angeboten, das Kleinanzeigen kostenlos online stellt.

Am vergangenen Dienstag stießen Suchtrupps auf eine fünfte Leiche am angrenzenden Oak Beach. Die letzten drei Opfer wurden am Montagabend von Spürhunden etwa in der Mitte zwischen den beiden Stränden Gilgo und Oak erschnüffelt, nur einen guten Kilometer vom vorletzten Fund entfernt.

Die New Yorker Polizei fürchtet nun, auf der Insel Long Island im Osten der Acht-Millionen-Stadt noch mehr Opfer eines möglichen Serienmörders zu finden. Am Dienstag gaben New Yorker Gerichtsmediziner bekannt, dass das eigentlich gesuchte Opfer, Shannon Gilbert, nicht unter den jüngsten Leichenfunden ist, berichtete der Fernsehsender ABC am Dienstagabend. Wegen Gilbert hatten die Behörden von New Yorks Suffolk County im Dezember die Suche eingeleitet. Die junge Frau war im Mai zuletzt in der Nähe des Gilgo-Strandes gesehen worden und wurde von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Auch Gilbert arbeitete als Prostituierte.

Die Polizei nimmt an, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Alle acht Opfer waren junge weiße Frauen in den zwanziger Jahren. Von den ersten vier, die bereits im Dezember am Gilgo Strand von Long Island geborgen wurden, ist bekannt, dass sie als Prostituierte gearbeitet hatten. Alle Leichen waren in Sackleinen eingewickelt und in dichtem Gebüsch am oberen Ende des Strandes nahe der Straße versteckt.

Über den Zustand der Opfer und den geschätzten Zeitpunkt der Morde gab die Polizei keine Informationen heraus. Bekannt wurde nur, dass die Suche nach weiteren Leichen mit Dutzenden von Helfern und Spürhunden umgehend fortgesetzt werden sollte. Spätestens im Mai füllen sich die Strände auf Long Island, wenn Millionen von New Yorkern nach einer Erfrischung im Atlantik verlangen.

Auf der langgestreckten Insel vor Manhattan haben viele der Reichen und Schönen New York ihre Ferien-Villen. Eine gute Stunde im Auto von der Fundstelle entfernt schnuppern Hollywoodstars wie Natalie Portman und der Komödiant Jerry Seinfeld auf ihren Anwesen frische Luft. „Piano Man“ Billy Joel zieht sich im Sommer in die so genannten Hamptons zurück, ebenso Amerikas Küchenfee Martha Stewart.

Auch der Geldanleger Bernie Madoff besaß hier ein luxuriöses Domizil, bevor sein Schwindel aufflog und er in einem Hochsicherheitsgefängnis landete.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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