ADAC-Fährentest
Seelenverkäufer werden kaum weniger

Zwischen Europas Fährhäfen sind immer noch "Seelenverkäufer" mit schweren Sicherheitsmängeln unterwegs. Das ergab diesjährige Fährentest des ADAC, den der Automobilclub am Mittwoch vorstellte.

HB HAMBURG. Der für Tourismus zuständige ADAC-Vizepräsident Max Stich sagte: "Die Sicherheit auf Fährschiffen in Europa lässt nach, je weiter man nach Süden kommt". Während auf der Ostsee kein Schiff schlechter als "gut" abschnitt, kreuzen Testverlierer im Mittelmeer und zwischen den Kanaren. Drei Schiffe seien wegen "gefährlicher Mängel und Schlamperei" beim Test sogar durchgefallen.

Unabhängige nautische Sachverständige als Tester hatten insgesamt 30 Fähren auf der Ostsee, im Mittelmeer und zwischen den Kanarischen Inseln unter die Lupe genommen. Nach einem positiven Ergebnis im vergangenen Jahr sei das neue Ergebnis "teilweise erschreckend" und zeige einen "Rückschritt in punkto Sicherheit auf europäischen Fähren". Die Überprüfungen hätten viel Mittelmaß ergeben, aber nur wenig Spitzenwerte.

Testsieger wurde in diesem Jahr das 2004 gebaute Schiff "Color Fantasy" der Reederei Color Line, das auf der Strecke Kiel-Oslo fährt und die Testkriterien zu beinahe 100 Prozent erfüllt hat. Ein "sehr gut" gab es auch für die "Skane", die zwischen Rostock und dem schwedischen Trelleborg unterwegs ist, sowie für die "Schleswig-Holstein" auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rödby in Dänemark. Weitere vier Schiffe, die von einem deutschen Hafen auslaufen, bekamen gute Noten.

Das Schlusslicht sei unter anderem wegen mit Vorhängeschlössern versperrter Notausgänge, fehlender Kinderschwimmwesten und eines schlechten Gesamtzustands die als "sehr mangelhaft" eingestufte "Penelope A" der Reederei Agoudimos Lines zwischen den griechischen Häfen Mykonos und Rafina. "Wäre das ein Flugzeug, hätte es niemals eine Startgenehmigung gegeben", meinte Stich. Ebenso eindeutig mit "mangelhaft" durchgefallen seien die "Snav Sicilia", die Neapel mit Palermo verbindet, und die „Volcán de Tenagua“, die zwischen den kanarischen Inseln Teneriffa und El Hierro kreuzt.

"Der Profit kommt vor der Sicherheit für die Passagiere", kritisierte Stich. Die "eine oder andere im Süden Europas gelegene Regierung" verzichte aus Wettbewerbsgründen sogar auf gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskontrollen. Der Club rät allen Urlaubern, die eine Fährpassage buchen wollen, sich vorab genau über die Sicherheitsstandards zu informieren.

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