Adidas
Höher, schneller, weiter

Herbert Hainer will Adidas zur führenden Sportmarke der Welt machen. Mit der Übernahme des Konkurrenten Reebok kommt er seinem Ziel einen großen Schritt näher.

HB MÜNCHEN. Der Adidas-Chef braucht nur drei Monate, um seine bis dahin schwerste Niederlage wettzumachen. Am 2. Mai muss Herbert Hainer öffentlich eingestehen, dass er es nicht geschafft hat, die 1997 übernommene französische Wintersport-Tochter Salomon auf Kurs zu bringen. Notgedrungen verkündet der 51-Jährige den Verkauf des Skiherstellers an den finnischen Amer-Konzern. Schon am Tag der großen Demütigung macht Hainer aber klar, dass er sein Ziel nicht aus den Augen verloren hat. Er will Adidas zur führenden Sportmarke der Welt machen. Spätestens am 2. August weiß alle Welt, warum Hainer selbst in der Niederlage so unbeirrt nach vorne blickte: Durch die Übernahme des Konkurrenten Reebok rückt Adidas an Weltmarktführer Nike heran.

Ein persönlicher Triumph für den ehrgeizigen Manager. Der ehemalige Stürmer des Drittligisten Spielvereinigung Landshut weiß in seiner Karriere immer ganz genau, wann er über die ausgestreckten Beine der Gegner springen muss, und notfalls setzt er mal den Ellenbogen ein. Ex-Finanzchef Dean Hawkins umdribbelt er auf seinem Weg nach vorne wie den Schweden Jan Valdemaar, der ebenfalls Ambitionen auf die Kapitänsbinde bei Adidas hat.

Seine Karriere beginnt Hainer 1979 bei Procter & Gamble. 1987 wechselt er zu Adidas. Zu dieser Zeit regiert dort, im fränkischen Herzogenaurach, noch Firmenerbe Horst Dassler. Hainer macht manche Krise mit. Die letzte spült ihn nach oben: 1999 ernennt ihn Adidas-Sanierer Robert Louis-Dreyfus zu seinem Stellvertreter. Hainer räumt auf, wirft ein Fünftel der Produkte aus den Regalen und schafft eine klare Vertriebsstruktur. 2001 schafft er es schließlich ganz an die Spitze.

Der Kauf von Reebok ist die Krönung der Karriere. "Für Hainer zählt nur Größe, Größe, Größe", sagt der Manager eines konkurrierenden Sportkonzerns. "Der Deal ist typisch für Hainer", ergänzt ein Beobachter. "Der will überall die Nummer eins werden." Den Adidas-Chef stören solche Kommentare nicht. "Man muss schon aufs Stockerl wollen", sagt der Niederbayer, will heißen, aufs Siegertreppchen. Da steht der Traditionskonzern bereits seit Jahren, allerdings nur auf Platz zwei. Unangefochtene Nummer eins ist der US-Konzern Nike, auf dem dritten Rang folgt mit weitem Abstand Erzrivale Puma.

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