Adressat: Polnisches Konsulat
Briefbombe in München entschärft

Beim Generalkonsulat der Republik Polen in München ist am Dienstag eine Briefbombe eingegangen. Die Bombe wurde nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamts entschärft, verletzt wurde niemand.

HB MÜNCHEN. Ein Sprecher des Landeskriminalamts sagte am Abend, eine Sekretärin habe beim Öffnen des an den Generalkonsul persönlich gerichteten Briefs Drähte bemerkt und den Sicherheitsdienst alarmiert. Die Briefbombe wurde von Spezialisten der Polizei entschärft und sei nicht explodiert. Der Brief werde nun im kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts untersucht.

Das Landeskriminalamt deutete einen möglichen Zusammenhang mit einer Reihe von Briefbomben an, die in Niederbayern in den vergangenen Wochen bei Kommunalpolitikern und Amtsträgern eingegangen waren. Diese Briefbomben waren verhältnismäßig harmlos gewesen. „Nach einer ersten vorsichtigen Einschätzung ist auf Grund von Bauart und Beschriftung der Sendung ein Zusammenhang mit der Briefbombenserie in Niederbayern nicht unwahrscheinlich“, erklärte das Landeskriminalamt. Im niederbayerischen Passau habe der polnische Generalkonsul Ende vergangener Woche die Veranstaltung „Menschen in Europa“ besucht, an der auch Bundespräsident Horst Köhler und Polens Präsident Aleksander Kwasniewski teilgenommen hatten.

Die wegen der Briefbombenserie in Niederbayern errichtete Sonderkommission „Briefbombe“ des Landeskriminalamts habe die Ermittlungen übernommen, erklärte die Behörde weiter. Weitere Einzelheiten könnten wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht gegeben werden, hieß es. Das Landeskriminalamt wies nochmals auf die bereits ausgesetzte Belohnung von 10 000 € für Hinweise zur Aufklärung der Briefbombenserie hin.

Die in den vergangenen Monaten entdeckten Briefbomben waren an mehrere Politiker und Amtsträger in Niederbayern wie etwa Landräte und Oberbürgermeister sowie an die SPD-Bundestagsabgeordnete Bruni Irber adressiert gewesen. Die sechs Briefbomben waren allesamt explosionsfähig. Ende August war im Landratsamt Regen eine dieser Bomben explodiert, eine Sekretärin wurde durch die Stichflamme leicht verletzt. Für die Sprengsätze wurde nach Angaben der Behörden Pulver aus Feuerwerkskörpern verwendet, das in kleine Behältnisse wie etwa Spielkartenschachteln oder zusammengeklebte Böden von Eisbehältern gefüllt war.

Eine Stellungnahme des polnischen Generalkonsulats war am Abend nicht zu erhalten.

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