Ägypten ist Plage noch nicht los
Kanaren geben Heuschrecken-Entwarnung

Europa ist die Heuschrecken wieder los. Regenfälle und Stürme haben den Insekten in Portugal den Garaus gemacht. Auf den Kanaren sind sie einfach so vereendet.

HB LAS PALMAS/LISSABON. Fünf Tage nach der „Invasion“ von 200 Mill. Heuschrecken auf den Kanarischen Inseln haben die spanischen Behörden Entwarnung gegeben. Es seien in letzter Zeit keine neuen Insektenschwärme mehr aus Afrika auf die Inselgruppe gelangt, teilte die Regionalregierung der Kanaren nach Presseberichten vom Donnerstag mit. Die Heuschrecken auf Lanzarote und Fuerteventura seien verendet. In Portugal vernichteten Regenfälle und Stürme die Schwärme, die sich in der Urlauberregion Algarve niedergelassen hatten. In Ägypten hält die Heuschreckenplage dagegen noch an.

Der Alarmzustand auf den Kanaren sei aufgehoben, es gelte nur noch eine Warnung, sagte der kanarische Agrarminister Pedro Rodríguez Zaragoza. Dies bedeute, dass weniger Personal zum Kampf gegen die Insekten eingesetzt werde. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Kanaren in den kommenden Monaten neuen Heuschreckenbesuch aus Afrika erhielten. Nach Schätzung der kanarischen Behörden treiben 80 % der 200 Mill. Heuschrecken tot im Meer.

Auch in Portugal sind die Insekten weitgehend verschwunden. „Die Tiere haben sich in der Jahreszeit geirrt“, witzelte der Zoologe Artur Serrano von der Universität in Lissabon. „Wären sie im Frühjahr gekommen, hätten sie vielleicht eine Überlebenschance gehabt.“ Nach Angaben der Zeitung „Público“ war es nicht das erste Mal, dass Heuschrecken aus Afrika nach Portugal und damit auf das europäische Festland gelangten. Ein solches Phänomen sei selten, aber in den 70er und 80er Jahren habe es gelegentlich Heuschreckenschwärme aus Afrika gegeben.

Die Kairoer Tageszeitung „Al-Wafd“ berichtete am Donnerstag, Bauern in den Provinzen nördlich und südlich der Hauptstadt kämpften immer noch gegen Heuschrecken-Invasionen. Die Landwirte aus Al-Ajat und Al-Badraschin erklärten, sie hätten mit brennenden Autoreifen und anderen primitiven Mitteln versucht, die Insekten zu vertreiben, die sich über ihre Weißkohl- und Kartoffelfelder hergemacht hätten, leider ohne Erfolg.

Nach Auskunft der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) ist die Gefahr einer Ausbreitung der Heuschrecken-Plage auf das europäische Festland gering bis inexistent. Bei den kalten Winden und niedrigen Temperaturen seien die Tiere nicht überlebensfähig, hatte ein Sprecher am Vortag gesagt.

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