Ägypten
Neue Selbstmordattentate auf dem Sinai

Auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel haben sich zwei Tage nach den Terroranschlägen im Touristenort Dahab erneut zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Diesmal waren jedoch nicht Urlauber das Ziel der Extremisten, sondern ausländische Soldaten und einheimische Polizisten.

HB KAIRO. Einer der beiden Attentäter verübte seine Tat am Mittwoch in der Nähe des Militärflughafens von El Goura im Norden der Halbinsel, der bereits im August Ziel eines Anschlags war und von der internationalen Beobachtertruppe MFO genutzt wird. Ihren Angaben zufolge wurde niemand verletzt. Der zweite Attentäter zündete seinen Sprengsatz vor einem Polizeirevier in der Nähe von El Arisch, einer Küstenstadt des Sinai am Mittelmeer. Auch hier soll niemand verletzt worden sein. Die beiden Anschlagsorte vom Mittwoch liegen etwa 35 Kilometer voneinander entfernt und im Grenzgebiet des Sinai zum palästinensischen Gaza-Streifen und zu Israel.

Die von der UN entsandten ausländischen Soldaten überwachen die Grenze zwischen Ägyten und Israel, seit die Halbinsel 1982 nach 15-jähriger Besetzung an Ägypten zurückgegeben wurde. Zur MFO gehören auch amerikanische, französische und italienische Soldaten. In der Nähe von Al-Goura war bereits im August 2005 ein kleinerer Sprengsatz neben einem MFO-Fahrzeug explodiert. Damals waren zwei kanadische Soldatinnen leicht verletzt worden.

Aus dem Osten Ägyptens wurde am Mittwoch zudem ein Schusswechsel zwischen der Polizei und unbekannten Angreifern gemeldet. Die Männer hätten die Polizisten aus dem Hinterhalt beschossen, erklärte die Polizei.

Die beiden bei den Bombenanschlägen von Dahab am Mittwoch verletzten Deutschen sind unterdessen zurück in der Bundesrepublik. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, beide seien nicht schwer verwundet gewesen und hätten in ihre Heimat fliegen können. Es handelt sich um eine Frau aus Baden-Württemberg und deren Lebensgefährten. Der zehnjährige Sohn der Frau war als einziger Deutscher bei den Anschlägen ums Leben gekommen. Der Sarg mit dem Leichnam könne nach Deutschland übergeführt werden, sobald die ägyptische Sterbeurkunde und weitere erforderliche Papier vorlägen, sagte der Sprecher.

Die ägyptische Polizei erklärte am Mittwoch offiziell, die Anschläge in Dahab vom Montagabend seien von Selbstmordattentätern verübt worden. Zwei regierungsnahe Kairoer Tageszeitungen berichteten am Mittwoch, zwei der Attentäter seien bereits identifiziert worden. Es handele sich um Beduinen aus der Region. Nach offiziellen Angaben starben bei den Anschlägen von Dahab mindestens 18 Menschen.

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