„Billige Hetze gegen katholische Kirche“

Affäre um Limburger Bischof
„Billige Hetze gegen katholische Kirche“

Der Limburger Bischof steht wegen seines luxuriösen Baus unter Beschuss. Doch längst nicht alle Glaubensträger haben sich von Tebartz-van Elst abgewandt. Im Gegenteil – es finden sich auch (noch) Unterstützer.

DüsseldorfJeden Tag enthüllen Medien neue Skandale um den Bau des Limburger Bischofssitzes. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) berichtet von einer indirekten Kostenverschleierung, die der Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst betrieben haben soll. Der „Spiegel“ schreibt, dass der Gottesmann regelmäßig von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG über alle Kosten informiert wurde. Der Architekt des Baus, Michael Frielinghaus, sagte der „Süddeutschen Zeitung“ am Wochenende, Tebartz-van Elst habe als Bauherr von Anfang an gewusst, welche Kosten auf ihn zukämen: 31 Millionen Euro. Das wären 25,5 Millionen Euro mehr, als die Summe, die einst auf einer Pressekonferenz für den Umbau der Bischofsresidenz bekannt gegeben wurden.

Am Montagabend berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zudem, dass die Bistumsleitung sowie der Vermögensverwaltungsrat gegen das Statut des Bischöflichen Stuhls verstoßen hätten. Einer der Vorwürfe: Dem Rat habe vor Beginn des Geschäftsjahres kein Haushaltsplan vorgelegen.

Die Luft für Franz-Peter Tebartz-van Elst wird immer dünner. Ursprünglich bezifferte er die Kosten für den Um- und Neubau seiner Bischofsresidenz auf 5,5 Millionen Euro. Inzwischen hat sich die Summe versechsfacht. Die privaten Extravaganzen, die sich der katholische Glaubensmann gegönnt hatte, sollen mit ein Grund dafür sein. Medien berichteten von einem Adventskranz für 100.000 Euro, einer Badewanne für 15.000 Euro, speziell aus Washington eingeflogenem Sicherheitsglas, einer Vervielfachung der Fläche des Bischofshauses von 147 auf 2000 Quadratmeter. Nach einem Strafbefehl der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen falscher eidesstattlicher Versicherung hat die Affäre nun auch den Vatikan erreicht. Tebartz-van Elst traf am Sonntag zu einer Unterredung bei Papst Franziskus ein. Kritiker des Bischofs verlangen seine Absetzung.

Nicht nur die Kirche debattiert über Tebartz-van Elst. Auch die Politik beschäftigt sich nun mit der Affäre. Erst am Montag zeigte sich Kanzlerin Angela Merkel besorgt um das Ansehen der Kirche wegen des Luxusbaus. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach gar von einer „Prunksucht“ des Bischofs.

Doch nicht alle haben sich von Franz-Peter Tebartz-van Elst abgewandt. In Kirchenkreisen findet der Bischof nach wie vor einige prominente Unterstützer.

Der vielleicht wichtigste Verbündete von Tebartz-van Elst im Kampf um seine Glaubwürdigkeit ist Gerhard Ludwig Müller. Der Präfekt der Glaubenskongregation sieht den Bischof als Opfer einer Medienkampagne. Bei einer Messe im römischen Campo Santo hat Müller nach FAS-Angaben gesagt, die Vorwürfe gegen den Bischof seien eine „Erfindung von Journalisten“. Die Verantwortung für die Baukosten liege nicht bei Tebartz-van Elst, sondern bei dessen Mitarbeitern.

Müllers Meinung ist besonders deshalb so bedeutend, weil er als einer der einflussreichsten deutschen Theologen überhaupt gilt – auch im Vatikan. Dort musste Tebartz-van Elst am Sonntag antreten. Für Müller ist eine mögliche Absetzung kein Thema. Rom vertraue Tebartz-van Elst „voll und ganz“. Und äußerte sich sogar noch deutlicher: „Der Bischof von Limburg bleibt“, sagte Müller der „Tagespost“ im September.

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Kritik der Medien nur ein Vorwand

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„Kirche im Dorf lassen“

Kommentare zu "„Billige Hetze gegen katholische Kirche“"

Alle Kommentare
  • Allerdings, der Bau der Europäischen Zentralbank wird kein Bau für die "Ewigkeit" sein, den man gerne besuchen wird, weil er vermutlich in 50 Jahren nicht mehr stehen wird; weil man den Bau abgerissen hat, um einen noch höheren, von der Bausubstanz her noch "kälteren" Bau errichten wird, damit der Profit regelrecht in den Himmel wachsen kann. Die Moral dieses Bauwerkes wird lauten: "Bring Dich doch um, wenn du nicht mehr kannst, Geld ist mehr wert, als Du kleiner mickriger Mensch, Du bist doch nur der neue multinationale Mensch, der dem Profit zu dienen hat, Dein Götze ist der Euro, den Du anzubeten hast."

  • Schön, dass es auch einige Befürworter für das Handeln des Bischofs gibt. Diesen schließe ich mich vollumfänglich an. Ich denke auch, dass von einer Geldanlage in Qualität und Stil mehr übrigbleibt, als von Ausgaben bei IKEA & Co. Meine bayerischen Vorfahren haben auch über König Ludwig geschimpft und haben unter seiner "Verschwendungssucht" gelitten. Heute sind alle froh, dass es ihn gab. Ihm hat Bayern die schönsten Bauwerke zu verdanken. Also langfristig denken, dann ist Geld nur noch eine Nebensache.

  • Der Neubau der Europäischen Zentralbank soll etwa 1,2 Milliarden Euro kosten, 350 Millionen Euro
    teurer. Wer kümmert sich um diese Kosten, die sämtlich vom (vermutlich)deutschen Steuerzahler getragen werden?

  • Während hier alle hetzen, haben sie den ersten Teil der Bankenunion, die Europäische Bankenaufsicht, die dem Steuerzahler 300 Mill. Euro kosten wird, die nächsten Schritte sind Gemeinsame Einlagensicherung, da geht es dann ans Sparergeld und Gemeinsame Bankenabwicklung.

    Gut gemacht und viele sind reingefallen. Aufwachen, Leute.

  • Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist ein Gottesmann und hat einen festen Glauben. Er "glaubt" nämlich, dass er alle verar...en kann.

  • Zitat: "Wenn man bedenkt, dass der Euro ständig an Kaufkraft verliert, ist die Bausumme evtl. in etwa 15-20 Jahren gut angelegtes Geld."

    ---->>>Theoretisch<<<---- ist das richtig!
    Aber nur, wenn man in 15-20 oder mehr Jahren einen Käufer findet, der dafür (für einen Bischofssitz!!) eine adäquate Summe zu zahlen bereit ist.
    Ansonsten ist dieser Bau auch nach dieser Zeit immer noch überteuert. (Ganz abgesehen davon, daß spätestens in dieser Zeit die ersten weiteren Renovierungskosten fällig werden).
    Nö, ich bleibe dabei:
    Der hat kein Gespür für Geld, da er nie selbst dafür hat arbeiten müssen!

    (Die sog. Hetzjagd wird sich allerdings bekanntlich in einigen Tagen von selbst erledigt haben, spätestens wenn "ein neues Borstenvieh durch"s Dorf getrieben" wird).
    (o:)

  • Der Bischof hat zusammen mit seinem Ausgabe–Kontroll-Gremium die Bebauung durchgezogen.

    Jetzt bekommen einige Leute kalte Füße und stellen sich der Presse zum Interview, um ihre Hände in „UNSCHULD“ zu waschen.

    Auch der Architekt hat an der ausgeweiteten Bausumme sich seine Taschen prächtig gefüllt. Wenn z.B. eine Badewanne angeblich über 15.000EUR gekostet haben soll, dann haben Handwerker und Architekt zuviel Geld an der Badewanne eingestrichen und sicher keine ausreichende Beratung vorgenommen (klärendes 4-Augengespräch).

    Wenn man bedenkt, dass der Euro ständig an Kaufkraft verliert, ist die Bausumme evtl. in etwa 15-20 Jahren gut angelegtes Geld.

    Einige Bürger beschweren sich über Bauschäden an ihren Häusern. Im Fernsehen waren Bilder von beschädigten Häusern zu sehen, die allerdings auf Streifschäden von vorbeifahrenden LKW hindeuten. Hier muss der LKW-Fahrer u. nicht der Bischof zur Rechenschaft gezogen werden.

    Nun machen einige Bürger und die Presse mit ihrer Hetzjagd den Bischof fertig, so dass er bildlich gesehen am Boden liegt. Das ständige Nachtreten von Presse und Bürgern aus dem Christentum ist bezeichnend für die Moral unserer Gesellschaft.

    Echte Christen sollten in der Lage sein, das Verzeihen nicht zu vergessen. Dies gilt auch für den einen oder anderen Pfarrer. Leider sind uns einige echte Christen abhanden gekommen. Schade für diese Gesellschaft.

  • @hgweiss
    Sie werden gewiss verstehen, dass ich mich Interna zurückhalte. Ihre Punkte 1 und gar 2 sind es nicht.Punkt 2 niedrig anbieten und dann mal x berechnen, geht nicht. Das werden Sie wissen. Eine Nachkalkulation und Berechnung im %-Bereich schon.
    Es dürfte ja bekannt sein, dass Architekten und Bauausführende nicht immer die besten Freunde sind. Dort trifft Theorie gepaart mit einer Art Kunstverständnis auf Praxis.
    Wenn Sie nun nach Vorgabe montieren und nach Vollendung eines Abschnittes geht einem Architekten nächtens eine Flatulenz durch den Kopf, wirds geändert.
    Betrifft dies einschneidende Änderungen, sind da mal fix 4 oder 5 Gewerke beteiligt.Ich betone: Diese Änderungswünsche müssen nicht zwangsläufig vom Bauherrn kommen.
    Allerdings gebe ich Ihnen Recht: Eine Steigerung von 3 auf 30 kommt nicht von Ihren Punkten 1 und 2 und auch nicht von Änderungen.Darum gings mir auch nicht, sondern um die tendenziöse Berichterstattung, bei der man auch um der Sache willen nicht vor falschen Fotos und nachweislich unwahren Zeilen zurück schreckt.

  • falsch, jeder zahlt indirekt für die beiden deutschen staatskirchen mit, ob christ, moslem, jude oder atheist - alle.

    einfach mal ein bisschen näher mit der kirchenfinanzierung beschäftigen..


  • Ich seh die zusätzliche Förderung der lokalen Bauwirtschaft einschliesslich steuerliche Abschöpfung mit Wohlwollen, besser als griechische Strandhäuser zu finanzieren.
    So unchristlich hat sich der "bischöfliche Antichrist" nicht verhalten. Weiter so mit Christlich-Sozial-Deutschland.

    Baut Flughäfen etc die keiner braucht, richtet euch nach geltenden EU Richtlinien so wie in Griechenland, Kalabrien, Iberien ff..
    So unverständlich ist das Ausgabespiel nicht.

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