Afghanistan: Aufständische griffen Polizeikontrollpunkt und UN-Konvoi an
Viele Sicherheitskräfte und Taliban bei Kämpfen umgekommen

Zahlreiche Tote unter Sicherheitskräften und Taliban-Kämpfern forderten Kämpfe in Afghanistan. Bei einem Bombenanschlag auf einen Konvoi mit UN-Fahrzeugen sind im Osten Afghanistans nach offiziellen Angaben mindestens vier afghanische Sicherheitskräfte ums Leben gekommen. Zwei Polizisten und 25 Taliban-Kämpfer starben, als Aufständische eine Polizeikontrollpunkt angriffen.

HB KABUL. Im angegriffenen Konvoi seien UN-Mitarbeiter und mitfahrende US-Soldaten unversehrt geblieben, sagte der Sprecher der Vereinten Nationen (UN), Adrian Edwards. Der Anschlag auf die Kolonne mit 20 bis 25 Fahrzeugen ereignete sich in der Provinz Paktika rund 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kabul. Der Polizeichef der Provinz sowie sein Fahrer seien dabei verletzt worden. Der Gouverneur von Paktika sprach von vier getöteten afghanischen Soldaten. Edwards sagte dagegen, seine Mitarbeiter hätten ihm von sechs afghanischen Todesopfern berichtet. Nach der gewaltigen Detonation des am Straßenrand deponierten Sprengsatzes kam es seinen Angaben zufolge zu Schießereien mit rund zehn Verdächtigen.

Edwards hatte zunächst berichtet, in dem Konvoi seien auch Fahrzeuge der von der Nato geführten internationalen Schutztruppe (ISAF) mitgefahren. Ein ISAF-Sprecher dementierte dies jedoch später. Ein Sprecher des US-Militärs sagte, ihm lägen noch keine Informationen zu dem Vorfall vor.

Mindestens sechs Polizisten und 25 Taliban-Kämpfer sind in der afghanischen Provinz Urusgan bei Kämpfen umgekommen. Aufständische hätten einen Polizeikontrollpunkt angegriffen, hieß es. Nach Angaben der Behörden töteten die Rebellen vier Beamte. Bei anschließenden Zusammenstößen kamen weitere zwei Polizisten und mindestens 25 Rebellen ums Leben.

In der jüngsten Vergangenheit hat die Gewalt in Afghanistan wieder zugenommen. Die radikal-islamischen Taliban versuchen Regierungsvertretern zufolge mit zahlreichen Anschlägen die Vorbereitungen für die am 18. September geplanten Parlamentswahlen zu sabotieren. Seit März sind bei Kämpfen und Attentaten hunderte Menschen ums Leben gekommen, darunter auch 30 US-Soldaten. Am Dienstag hatten Aufständische einen amerikanischen Militärhubschrauber abgeschossen, wobei 16 Soldaten getötet wurden. Eine kleinere US-Aufklärungseinheit gilt in dem Gebiet noch als vermisst. Die USA sind Ende 2001 in Afghanistan einmarschiert und haben die bis dahin regierenden Taliban von der Macht verdrängt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%