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Aggressive Insassen: Gefängniszellen werden rosa

In Nordrhein-Westfalen möchte das Justizministerium testen, ob rosa gestrichene Wände beruhigend auf aggressive Häftlinge wirken. Entsprechende Versuche laufen bereits in den Justizvollzugsanstalten Hagen und Dortmund.

Die Farbe „Cool Down Pink“ soll den Blutdruck senken und so Konflikte mit den Insassen vermeiden. Quelle: dpa
Die Farbe „Cool Down Pink“ soll den Blutdruck senken und so Konflikte mit den Insassen vermeiden.Quelle: dpa

Das Justizministerium in Nordrhein-Westfalen möchte testen, ob Gefängniszellen in der Farbe „Cool Down Pink“ aggressionshemmend auf besonders auffällige Häftlinge wirken. In den Justizvollzugsanstalten in Hagen und Dortmund laufen bereits erste Versuchsreihen. Justizpressesprecher Detlef Feige dementierte aber Befürchtungen der CDU-Opposition, wonach die „Pilotversuche Rosa Zellen“ demnächst auf alle 37 Haftanstalten in NRW ausgedehnt werden sollen.
In einem Brief an Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) fragt der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach, ob die Aktion als Karnevalsscherz zu verstehen sei. Feige verneint das. In anderen Ländern habe es bereits farbpsychologische Experimente gegeben, die nahelegten, dass rosa gestrichene Zellen aggressionsmindernd wirken könnten, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
In der Tat ist die Idee nicht ganz neu. In den USA wird schon seit Jahrzehnten erforscht, ob und wie die Farbe Pink beruhigt und etwa den Blutdruck senkt. Der US-Bundesstaat Missouri hatte bereits 2006 in einer Haftanstalt Zellen für besonders gewalttätige Häftlinge rosa streichen lassen.
Auch die Schweiz experimentiert seit Jahren mit bonbonfarbenen Arrestzellen. „Es wirkt wirklich“, hatte der Chef der Bieler Polizei schon vor eineinhalb Jahren der „Berner Zeitung“ berichtet. Es gebe deutlich weniger Aggressionen gegen Aufseher, bestätigte auch der Gefängnisleiter aus Pfäffikon. In Indien wurde sogar eine ganze Stadt rosa gestrichen, um in Aurangabad Druck aus dem Kessel erbärmlicher Lebensverhältnisse zu nehmen. In Dortmund wird nun in einer Hochsicherheitszelle überprüft, wie sich aggressive Häftlinge in dem kleinen, in kräftigem Pink bemalten Raum verhalten. Aus Hagen lägen bislang keine einschlägig auswertbaren Ergebnisse vor, berichtet Feige.

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Die CDU sieht bereits Rot bei dem Thema Rosa. Es sei doch davon auszugehen, dass die Unterbringung in einer rosafarbenen Zelle „gerade in dem vielfach von körperlicher Stärke und aggressiver Männlichkeit dominierten Haftalltag als Demütigung empfunden und im Ergebnis zusätzliche Spannungen im Strafvollzug auslösen wird“, argwöhnt Biesenbach. Das Justizministerium will in den nächsten Wochen antworten.

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