Aggressive Tiere versetzen Stadt in Angst
„Hundeterror“ in Moskau

Sie greifen Kinder an, beißen Passanten und stellen sich einem kläffend in den Weg: Moskaus verwilderte Hunde - darunter tausende Kampfhunde - werden zunehmend zu einer gefährlichen Plage in der russischen Metropole.

HB MOSKAU. Mehr als 15 700 Menschen wurden russischen Medienberichten zufolge allein im vergangenen Jahr gebissen. Mitunter sterben die Attackierten an den Bisswunden, weil sie verbluten oder mit Krankheiten infiziert werden. Tierärzte stellen immer häufiger Tollwut fest. Moskaus Bürger beklagen, dass die Behörden trotz tausender Beschwerden tatenlos zusehen. Viele fordern die Stadtverwaltung auf, sich an der deutschen Hundesteuer, Kampfhundeverordnung und den Tierheimen ein Beispiel zu nehmen.

Im Moskauer Stadtteil Jugo-Sapadnaja belagern die Tiere die Häuser. „Oft sind bis zu zehn Hunde in einem Rudel, sie lauern knurrend an Hauseingängen, so dass man sich nicht mehr nach Hause traut - sie terrorisieren uns“, sagt die 19-jährige Anna Dubowa. Jeden Tag werden in der Stadt mit geschätzten 30 000 ausgesetzten Hunden dutzende Menschen gebissen, wie die Tageszeitung „Nowyje Iswestija“ berichtet. Die ausgemergelten Tiere suchen in den Mülltüten der Moskauer Wohnviertel nach Essensresten.

Der Verbraucherschützer Dmitri Janin kritisiert, dass es den Tierhaltern in Russland zu leicht gemacht werde - die Verantwortung für die Tiere sei auf ein Minimum reduziert. Es sei leicht, niedliche Welpen auf der Straße zu kaufen und - wenn sie groß sind - einfach auszusetzen. So macht sich der Mangel an Gesetzen zur Kontrolle des Bestandes in allen russischen Großstädten bemerkbar. Nahe Nischni Nowgorod an der Wolga etwa bissen Hunde im November eine 21-Jährige zu Tode. In Moskau verblutete eine Achtjährige 2006 nach einer Kampfhundeattacke.

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