Air-Asia-Tragödie
Forderungen nach Echtzeit-Tracking werden lauter

Der Absturz des Air-Asia-Flugzeugs hat die Debatte um Echtzeit-Tracking neu entfacht. Bereits seit dem Verschwinden des Flugs MH370 von Malaysia Airlines fordern Experten den Einsatz einer speziellen Satellitentechnik.
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SingapurDie Katastrophe der vor Borneo abgestürzten Maschine des malaysischen Billigfliegers AirAsia gibt der Forderung nach Echtzeit-Tracking von Flugzeugen neuen Auftrieb. Luftfahrtexperten setzten sich bereits nach dem rätselhaften Verschwinden des Flugs MH370 von Malaysia Airlines im März dafür ein, Passagiermaschinen mit einer speziellen Satellitentechnik auszustatten, die Daten während des Flugs direkt weiterleitet. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) der UNO schloss sich der Forderung an, gab aber keine Zeitleiste für die Umrüstung vor.

Technisch gesehen ist die Umrüstung Experten zufolge kein Problem. Die Frage sei eher, ob die zum Teil seit Jahren in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Fluggesellschaften bereit seien, die damit verbundenen Kosten zu tragen.

Die meisten kommerziellen Flugzeuge verfügen über eine als Black Box bezeichnete orangefarbene Kiste. Darin befinden sich der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder. Der Flugdatenschreiber zeichnet in der Regel die Daten der vergangenen 25 Stunden auf – von der Flughöhe über die Geschwindigkeit und den Kurs bis hin zu Angaben über die Triebwerke. Der Stimmenrekorder gibt mindestens die letzte halbe Stunde des Funkverkehrs der Piloten, ihre Gespräche untereinander und alle Geräusche im Cockpit wieder.

Gerade bei einem Absturz im Meer kann viel Zeit vergehen, bis die Black Box gefunden wird. Der gut geschützte Flugschreiber sendet mindestens 30 Tage ein Ortungssignal unter Wasser - um ihn zu finden, muss zumindest seine ungefähre Position bekannt sein.

Die Nutzung einer Livestream-Datenübertragung hätten Experten zufolge bei den Flugzeugunglücken von Flug MH370 und jetzt bei AirAsia-Flug QZ8501 zwar keine Leben gerettet. Doch mit Hilfe der Technologie könnten Wrackteile und Black Boxes zumindest „rechtzeitig“ gefunden werden, sagt Scott Hamilton vom US-Branchendienst Leeham der Nachrichtenagentur AFP. Deren Auswertung wiederum könne zu „betrieblichen Änderungen und Sicherheitsmaßnahmen“ führen, die künftig die Rettung von Menschenleben ermöglichen könnten.

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Kosten: weniger als 100.000 Dollar pro Flugzeug

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