Air-France-Absturz
Flugschreiber im Labor eingetroffen

Rund zwei Jahre nach dem Absturz eines Air-France-Airbus vor Brasilien sind die kürzlich geborgenen Stimmrekorder und Flugschreiber zur Untersuchung in Paris eingetroffen.
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ParisKnapp zwei Jahre nach der schwersten Air-France-Flugzeugkatastrophe sind die Unfallermittler so optimistisch wie nie zuvor, doch noch die Ursache des Unglücks zu finden. Am Donnerstag trafen die vor einigen Tagen vom Atlantikgrund geborgenen Flugschreiber bei Le Bourget in Paris ein. Bis Montag soll geklärt sein, ob sie problemlos auslesbar sind. „Wir sind zuversichtlich“, sagte der Chef der zuständigen französischen Untersuchungsbehörde (BEA), Jean-Paul Troadec, bei einer Pressekonferenz. Gewissheit werde es aber erst in drei Tagen geben. Wenn alles nach Plan läuft, beginnt anschließend die Auswertung der Daten. Sie wird vermutlich Monate dauern.

Der Stimmenrekorder (CVR) und der Flugdatenschreiber (FDR) gelten als Schlüssel zur Aufklärung des Unglücks. Bei dem Absturz am 1. Juni 2009 waren insgesamt 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch 28 Deutsche. Sicher ist bislang nur, dass die Langstreckenmaschine vom Typ Airbus A330-200 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in eine Unwetterfront flog und dort Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung hatte. Schlechtes Wetter und fehlende Tempodaten allein dürften ein solches Flugzeug normalerweise aber nicht abstürzen lassen.

Das Wrack war erst Anfang April dieses Jahres nach mehreren erfolglosen Suchaktionen in 3900 Metern Tiefe entdeckt worden. Neben den Flugschreibern und zahlreichen anderen Flugzeugteilen hat das Bergungsteam in den vergangenen Tagen auch zwei Leichen an die Meeresoberfläche geholt. Derzeit wird geprüft, ob sie mit Hilfe von DNA-Proben noch identifiziert werden können. Wenn nicht, gebe es keinerlei Grund, weiter die Ruhe der Toten zu stören, sagte Staatsanwalt Jean Quintard bei der Pressekonferenz in Le Bourget. Rund 50 Leichen wurden bislang auf dem Meeresboden entdeckt. Direkt nach dem Unglück vor zwei Jahren waren ebenso viele auf dem Wasser treibende Opfer geborgen worden.

Die Flugschreiber wurden von der Unglücksstelle mitten im Atlantik in versiegelten Boxen nach Frankreich transportiert. Um sie vor Korrosion zu schützen, lagen sie in demineralisiertem Wasser. In den nächsten Tagen werden die Hightech-Geräte von Experten getrocknet und gereinigt. Dann stehen die mit Spannung erwarteten Funktionstests und ersten Ausleseversuche an.

Der Flugdatenschreiber (FDR) registriert zahlreiche Parameter wie Höhe, Neigungswinkel der Maschine und Triebwerkseinstellungen. Der Stimmenrekorder nimmt während des Flugs alle Gespräche und Geräusche im Cockpit auf. Diese Informationen seien unabdingbar, um das Unglück vollständig aufzuklären, betonte BEA-Chef Troadec.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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