Al-Arabija: Hunderte Tote bei Einsturz einer Brücke in Bagdad
Rebellen lösen Massenpanik unter Pilgern aus

Bei einer Massenpanik unter schiitischen Gläubigen sind am Mittwoch in Bagdad womöglich 1000 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Kinder.

HB BAGDAD. Die Menschen waren auf dem Weg zu einem Fest in einer Moschee im Norden der Stadt, als Gerüchte aufkamen, es habe sich ein Selbstmordattentäter unter die Menge gemischt.

Viele Opfer wurden auf einer Brücke zu Tode getrampelt. Zahlreiche Pilger versuchten sich durch einen Sprung in den Tigris zu retten und ertranken.

Die Regierung und ranghohe Schiiten lasteten das Unglück irakischen Rebellen an, die gezielt die Gerüchte und damit die Panik verbreitet hätten. Ministerpräsident Ibrahim Dschaafari ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Nach dem Vorfall droht eine Eskalation der ohnehin großen Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak.

Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Toten 1000 erreiche, sagte Dschasseb Latif Ali vom irakischen Gesundheitsministerium der Nachrichtenagentur Reuters. Zahlreiche Leichen lagen noch an den Ufern des Tigris und auf der Brücke, an der die Panik ausgebrochen war. Einem Mitarbeiter des Innenministeriums zufolge wurden zudem mehr als 300 Menschen verletzt.

Augenzeugen berichteten von Schwierigkeiten der Rettungskräfte, die Opfer in den engen Gassen vor der Moschee zu erreichen, die in einem alten Viertel im Norden Bagdads liegt. Die Verletzten wurden in drei Krankenhäuser in der Nähe eingeliefert. Viele von ihnen mussten auf den Klinikfluren behandelt werden, für manche gab es nicht einmal mehr ein Bett.

Polizisten sagten, die Panik sei ausgebrochen, als jemand in der Menge laut geschrien habe, es sei ein Selbstmordattentäter unter den Pilgern. „Hunderte von Menschen begannen davonzurennen und einige sprangen von der Brücke.“ Besonders viele ältere Menschen und Frauen seien zu Tode getrampelt worden, zahlreiche weitere Menschen im Tigris ertrunken. „Im Fluss schwimmen noch immer viele Leichen, Helfer sammeln sie mit Booten ein“, sagte ein Polizist.

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