Al-Baschir
Reise mit Hindernissen

Sudans Präsident Al-Baschir wollte eigentlich nach China reisen, doch das überlegte er sich schnell anders. Denn dafür hätte er Länder überqueren müssen, in denen er wegen Kriegsverbrechen offiziell gesucht wird.  
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Peking/Khartum Der wegen Kriegsverbrechen international gesuchte sudanesische Präsident Omar al-Baschir hat am Montag einen Flug zu einem offiziellen Besuch in Peking abgebrochen. Das sudanesische Außenministerium teilte mit, das Flugzeug des Präsidenten sei nach Teheran umgekehrt, da es das Territorium Turkmenistans hätte überfliegen müssen. Al-Baschir werde seine Reise fortsetzen, sobald eine geeignete Route ausgearbeitet sei. 

Al-Baschir hatte nach Informationen der „Sudan Tribune“ befürchtet, dass ihn die Flugroute über Länder führen könnte, die den Internationalen Strafgerichtshof anerkennen und ihn womöglich zur Landung zwingen könnten. Dem Ministerium zufolge sollte er mit einigen Stunden Verzögerung nach Peking fliegen. Am Abend war unklar, wo sich al-Baschir aufhielt. 

Der Präsident war aus Teheran aufgebrochen, wo er mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad an einer internationalen Konferenz gegen Terrorismus teilgenommen hatte. Bei dem bis Donnerstag geplanten Chinabesuch sind unter anderem Treffen mit Staatspräsident Hu Jintao und weiteren ranghohen chinesischen Politikern vorgesehen. Menschenrechtsgruppen hatten die Einladung Al-Baschirs kritisiert. 

China ist größter Abnehmer sudanesischen Erdöls und hat Milliarden in die Energie-Infrastruktur des Landes gesteckt. Al-Baschir soll sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verantworten, mit dem China nicht kooperiert. 

Der Gerichtshof hat gegen Al-Baschir Haftbefehl wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen in der westsudanesischen Konfliktregion Darfur erlassen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte China auf, Al-Baschir nach seiner Landung festzunehmen.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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