Al Capone Der weltgrößte Gangster? Ein Steuersünder

Schon 1931 wanderten Menschen wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis: Gangster-Legende Al Capone wurde auf den Tag genau vor 80 Jahren zu elf Jahren Haft verurteilt - weil die Behörden ihm sonst nichts beweisen konnten.
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Die berüchtigsten Gangster der Geschichte
Al Capone
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Alphonse Gabriel „Al“ Capone ist einer der berüchtigtsten Gangster der 1920er und 1930er Jahr. Lange Zeit kontrollierte er die Unterwelt in Chicago und verdiente sein Geld vor allem mit Glücksspiel und Prostitution. Zu Zeiten der Prohibition handelte er zudem illegal mit Alkohol. Das machte ihn nicht nur reich, sondern bei der Bevölkerung äußerst beliebt.

Schon in den 20igern merkte Capone, wie nützlich ein gutes Verhältnis zur Presse ist. Wo andere Gangster vor Kameras flohen, warf sich Capone in Pose und lächelte. Das machte ihn lange Zeit zum Liebling der Zeitungsleute.

Gleichzeitig war er ein Mann, der vor kaum einem Verbrechen zurückschreckte und skrupellos morden konnte. Trotzdem konnte ihm die Polizei so gut wie nie etwas nachweisen. 1929 wurde er wegen Waffenbesitzes verurteilt, kam aber nach nur zehn Monaten wegen guter Führung wieder auf freien Fuß.

Kurze Zeit später landete er auf Platz eins der Liste der „öffentlichen Feinde“ Chicagos und galt damit als „Staatsfeind Nr. 1“. Nach einigem ungeschickten Taktieren mit seinem Anwalt fanden die Fahnder dann aber doch etwas, mit dem sie die Verbrecherlegende drankriegen konnten: Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Geldwäsche. Am 17. Oktober wurde er für schuldig erklärt, eine Woche später wurde das Strafmaß verkündete. Al Capone musste 50.000 Dollar Strafe und etwa 8000 Dollar Gerichtskosten zahlen und wurde zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Das Bild zeigt Al Capone (links) im Zug auf den Weg ins Gefängnis.

Theater-Bonnie and Clyde
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Bonnie und Clyde hielten als wohl bekanntestes Verbrecherpärchen die USA Anfang der 1930er Jahre in Atem. Während der Weltwirtschaftskrise raubten sie etwa ein Dutzend Banken aus und wurden Anführer einer kleinen Gruppe gleichgesinnter Krimineller. Mit ihnen überfielen sie unzählige Läden und Tankstellen. Außerdem sollen 13 Morde auf sie zurückgehen - darunter neun Polizisten.

Die Gewalt fand am 23. Mai 1934 ein Ende. In Louisiana wurden beide am Morgen von Polizeibeamten getötet.

huGO-BildID: 16340557 Smoke from fireworks lingers over the Las Vegas Strip early Friday morning, Jan. 1, 2010. Seven casino rooftops lit up the mid
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Die vergnügungssüchtige Casino-Landschaft in Las Vegas ist nicht zuletzt durch die Mafia entstanden. Eng verbunden ist damit der Name von Benjamin „Bugsy“ Siegel. Der Sohn armer jüdischer Einwanderer geriet schon als Heranwachsender in die Gesellschaft von Kleinkriminellen. Im sonst von italienischen Einwanderer dominierten New Yorker Stadtteil Williamsburg verschaffte er sich zusammen mit Meyer Lansky früh Respekt. Dabei galt der kleine Lansky als hochintelligent, der Hüne Siegel schüchterte Kontrahenten vor allem ein.

Um nach einem Mord der Strafverfolgung zu entgehen, siedelte er Ende der 1930er Jahre nach Los Angeles über. Er begründete das Glücksspiel ihn Kalifornien und Nevada. Als er 1945 nach Las Vegas zog, gab es dort gerade einmal zwei Casinos. Eines der beiden kaufte er und baute es um und nannte es „The Flamingo Hotel“. Die Geldmittel dazu stellte vor allem die Cosa Nostra. Unterstützung bekam er von Mickey Cohen.

Als sich Siegel mit den Baukosten (nicht zuletzt wegen der Nachkriegsinflation) verkalkulierte und dann auch noch die Eröffnung ein Flop wurde, war sein Ende vom National Crime Syndicate beschlossen. Am 20. Juni 1947 wurde er ermordet.

Jimmy Hoffajimmy hoffa
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Als der Arbeiter James Hoffa nach erfolgreichen Streiks zum Gewerkschaftsfunktionär aufstieg, nahm er Freunde von der Kroger Fruit Company mit dorthin. Die Strawberry Boys bildeten den Kern eines Schlägertrupps, die gegen die Truppen der Unternehmer kämpften.

Mehr zufällig knüpfte er Kontakte zum US-Ableger der sizilianischen Mafia Cosa Nostra. Ihm gelang es, die Mobster, die eigentlich immer auf der Seite der Unternehmen kämpften, für sich zu gewinnen. Auch Streitigkeiten zwischen unterschiedlichen Gewerkschaften löste er mit Gewalt.

Schon früh war Hoffa Robbert Kennedy ein Dorn im Auge. Doch erste Versuche, ihn hinter Gitter zu bringen, scheiterten.

Hoffa gelang es, die Lebenssituation vieler Arbeiter in den USA zu verbessern - gleichzeitig bereicherte er sich an den von ihm mitgegründeten Pensionsfonds. Aus diesen Fonds soll auch Geld an die Mafia geflossen sein - u.a. für den Bau von Casinos in Las Vegas.

Als Robert Kennedy 1961 Justizminister der USA wurde, organisierte er einen zweiten Prozess gegen Hoffa. Wieder schien es, als würde der Gewerkschaftsboss glimpflich davon kommen. Doch dann flog auf, dass er die Geschworenen bestochen hatte und so wurde Hoffa schließlich doch wegen Betrugs, Bestechung und Verschwörung zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Nur vier Jahre später wurde er von US-Präsident Richard Nixon auf Bewährung freigelassen. Angeblich soll über die Mafia eine Wahlkampfspende in Millionenhöhe an Nixon geflossen sein. Wieder auf freiem Fuß, kämpfte Hoffa erneut um die Macht in den Gewerkschaften, doch inzwischen hatten sich Rivalen formiert.

Am 30. Juli 1975 verschwand James Hoffa von dem Parkplatz eines Restaurants und wurde sieben Jahre später für tot erklärt. Noch heute sind die genauen Umstände unklar.

Flüchtlingsdrama vor Sizilien - Mindestens elf Tote
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Lucky Luciano gilt als kriminelles Superhirn. In Sizilien geboren und Neapel gestorben verbrachte er dazwischen viele Jahre in den USA. Bereits mit elf Jahren ist er wegen Ladendiebstahls festgenommen worden. Außerdem soll er Schutzgeld von seinen Mitschülern eingetrieben haben. In dieser Zeit freundete er sich bereits mit Meyer Lansky und Dutch Schultz an.

Als er mit Anfang 20 aus dem Gefängnis freikam - er saß dort wegen Handel mit Heroin und Morphin - schloss er sich der Five Points Gang an, hielt aber trotzdem den Kontakt zu Lansky.

Als 1933 Fiorello LaGuardia Bürgermeister New Yorks wurde und dieser Thomas E. Dewey zum Sonderklänger ernannte, wurde es für die Mafia schwerer. Nachdem Dewey Schultz verklagt hatte, konzentrierte er sich auf Luciano, den er vor allem Prostitution und Mädchenhandel vorwarf. Er wurde zu 30-50 Jahren Haft verurteilt. Da er den USA im Zweiten Weltkrieg mit seinen Kontakten im Kampf gegen Deutschland und Italien geholfen haben soll, musste er nur zehn Jahre sitzen. Allerdings kam er nur unter der Auflage frei, die USA zu verlassen. Luciano zog zurück nach Italien. Auch hier blieb er der Mafia treu.

Das Nachrichtenmagazin Time zählt ihn zu den 20 einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte.

huGO-BildID: 5226770 Crates of empty beer bottles are stacked at the Saint Sixtus Abbey in Westvleteren, western Belgium, Tuesday Aug.16, 2005. A web
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Genau wie Bugsy Siegel ist auch Dutch Schultz der Kosher Nostra zuzurechnen. Seine kriminelle Karriere begann früh. Mit 17 kam er zum ersten Mal ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung gründete er eine Bande und konzentrierte sich zunächst auf das Glücksspielautomaten-Geschäft.

Zu Zeiten der Prohibition verlagerte er seinen Schwerpunkt auf den Alkoholschmuggel. Damit soll er zwei Millionen Dollar im Jahr eingenommen haben. Danach dominierte er die Straßenlotterie.

Mitte der 30iger Jahre geriet Schultz in Streit mit der National Crime Syndicate, die daraufhin seinen Tod beschlossen. Auf der Herrentoilette des „Palace Chop House“ wurde er angeschossen und starb einen Tag später mit nur 33 Jahren.

Kinostarts - "Public Enemies"Public Enemies
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John Herbert Dillinger (auf dem Bild ist Johnny Depp als Dillinger in „Public Enemies“ zu sehen) hatte sich gemeinsam mit seiner Bande auf Bankraub spezialisiert. Er ist die erste Person, den das FBI als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnete. Außerdem setzte die Behörde mit 25.000 Dollar auf ihn das bis dahin höchste Kopfgeld aus.

Immer wieder überfiel er mit seiner Bande Banken sowie Waffenlager der Polizei. Zwar wurde er mehrfach gefasst und verurteilt, doch gelang Dillinger immer wieder die Flucht aus den Gefängnissen. Im Juli 1934 wurde er beim Verlassen eines Kinos erschossen. Die Zimmernachbarin seiner Freundin hatte ihn verraten.

New YorkEr war der Napoleon des organisierten Verbrechens und als solcher sah er sich auch: Alphonse Gabriel Capone, genannt „Al“, genannt „Scarface“, genannt „Snorky“, genannt „Der Große Kumpel“, hat die Mafia regiert wie kein zweiter und war und ist ein Popstar. Er hat gemordet, erpresst und betrogen, aufs Kreuz gelegt hat ihn die Justiz mit etwas ganz anderem: Mit Steuerhinterziehung. Vor 80 Jahren (17. Oktober) wurde der Mafiaboss Al Capone verurteilt, eine der erstaunlichsten Karrieren der Kriminalgeschichte war beendet.

Der Einwanderersohn wurde im New Yorker Stadtteil Brooklyn als eines von zehn Kindern geboren und ging schon mit 15 bei einem Gangster in die Lehre. Bei Francesco Ioele alias Frankie Yale lernte er das Hauptgeschäft der Mafia: Schutzgelderpressung. Wenn ein Wirt oder Ladeninhaber kein Schutzgeld zahlen wollte, bekam er Besuch von Capone. Und dann konnte - schade, sehr bedauerlich - schon mal etwas zu Bruch gehen. Die meisten kleinen Geschäftsleute zahlten.

Noch als Teenager beging er einen ersten Mord, doch nicht vor der Polizei, vor rivalisierenden Gangstern wich er nach Chicago aus. Hier begann der sagenhafte Aufstieg des jungen Mannes. Ein ehrbarer Möbelhändler sei er, dessen Narben im Gesicht vom tapferen Kampf gegen deutsche Soldaten stammten. Tatsächlich hatte Capone, auch wenn er die militärische Struktur der Mafia übernahm, nie eine Kaserne von innen gesehen. Und der brave Geschäftsmann war alles - nur nicht brav.

Chicago war ein heißes Pflaster mit Glücksspiel, Prostitution und Erpressung. Als der junge Al 1919 eintraf, kam ein völlig neuer Geschäftszweig hinzu: Der Alkoholschmuggel. Durch die Prohibition, das Verbot fast jeglichen Alkohols, wurden einige Gangster nicht nur sagenhaft reich, sondern auch sagenhaft mächtig. Polizei und Justiz ließen die Gangster ungeschoren, sie standen ja auf deren Lohnliste. Als man Capone einmal fragte, ob er ein Schmuggler sei, antworte er: „Na klar. Und ein paar unserer besten Richter trinken mein Zeug.“

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  • Der Bezug zur Gegenwart fehlt, denn Al Capone, bzw. sein Buchhalter, ist der Erfinder der Al Capone-Buchhaltung, nach der heute Posten verschwinden. Eigentlich gehörte dem Capone nichts, doch er hatte alles.

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