Albanien
Tote und viele Verletzte bei Explosion in Tirana

Eine gewaltige Explosionsserie in einem Munitionslager hat die albanische Hauptstadt Tirana erschüttert. Mindestens fünf Menschen sind getötet worden. Etwa 200 Personen, darunter viele Kinder, erlitten nach Angaben der Streitkräfte Verletzungen.

HB TIRANA. Das Büro von Ministerpräsident Sali Berisha teilte mit, dieser befürchte „eine beträchtliche Zahl“ von Todesopfern. Zur Ursache des Unglücks lagen zunächst keine Angaben vor. Die erste Explosion in dem rund zehn Kilometer nördlich von Tirana gelegenen Dorf Gerdec löste eine Kettenreaktion aus. Noch Stunden später waren Detonationen zu hören und dies auch noch bis zu 50 Kilometer von dem Dorf entfernt. Sie richteten auch auf dem nahe gelegenen internationalen Flughafen Tiranas Schäden an. Für mindestens eine halbe Stunde wurde der Flugverkehr unterbrochen.

Gesundheitsminister Nard Ndoka erklärte, unter den Verletzten seien viele Kinder. Berisha sprach von einer ernsten Lage und erklärte, die Umgebung des Militärgeländes werde evakuiert. Die Informationen über die Lage dort seien noch unvollständig. Auch aus den umliegenden Dörfern flohen Einwohner vor dem Inferno. In dem Gebiet fiel der Strom aus. Staatspräsident Bamir Topi rief die Bürger zur Ruhe auf, „Panik und Chaos“ müssten verhindert werden.

Berisha sagte, die vom früheren kommunistischen Regime seit 1945 in Albanien gehortete Munition sei eine fortwährende Bedrohung und Gefahr. „Es gibt eine kolossale, verrückte Menge von Munition“, sagte er. „Ich schließe menschliches Versagen nicht aus.“ In dem Depot wurde überzählige Munition zerstört. Ein terroristischer Hintergrund werde nicht vermutet, erklärte die Polizei.

Berishas Büro erklärte unter Berufung auf Augenzeugen, zum Zeitpunkt des Unglücks hätten 110 Menschen in der Anlage gearbeitet. Weil zwischen der ersten Explosion und den folgenden rund zehn Minuten vergingen, hätten viele rechtzeitig das Gelände verlassen können.

Die Nato-Friedenstruppe im benachbarten Kosovo schickte Hubschrauber und Blutkonserven zum Unglücksort. In Pristina bildeten sich lange Schlagen vor dem größten Krankenhaus, in dem die Menschen Blut spenden wollten.

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