Albert Eickhoff
Razzia bei Mister Goldfinger

Sein Händchen für die Auswahl der richtigen Stücke brachte Mode-Unternehmer und Versace-Entdecker Albert Eickhoff den Spitznamen Mister Goldfinger ein. Nun durchsuchten die Steuerfahnder seine Villa in Meerbusch.
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DüsseldorfBei Albert Eickhoff gehört alles irgendwie zusammen: Freizeit und Arbeit, Privates und Geschäftliches. Deshalb hat einer der einflussreichsten Modehändler in Deutschland sein Firmenjubiläum im vergangenen Jahr auch zeitgleich mit seiner Goldenen Hochzeit gefeiert.

Zu der Feier mit rund 300 Gästen kamen Udo Jürgens und Maria Furtwängler, 100.000 Pfingstrosen waren arrangiert, Max Raabe trat mit Orchester auf, ebenso wie ein Ballett nach Mitternacht. Albert Eickhoff (75) hat stets ein Händchen gehabt: für ästhetische Inszenierungen, den richtigen Ton, den richtigen Auftritt, das Geschäft - und für die Mode sowieso.

Da erscheint der Satz, den der Unternehmer jetzt im Bezug auf die Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft seiner Villa sagte umso bedeutsamer. Auf den Düsseldorfer Mode-Unternehmer waren die Bochumer Steuerfahnder wegen einer Stiftung in der Schweiz gestoßen. „Damals gehörte es zum guten Ton, Geld ins Ausland zu schaffen".

Man konnte ja nicht wissen, ob das Geld in Zukunft in Deutschland sicher ist“, sagte Eickhoff dem Blatt. Im Mai 2012 habe er die Bank in der Schweiz gebeten, „das Konto zu legalisieren". Die unterschlagenen Zinserträge aus den letzten Jahrzehnten habe er in seiner Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt zum Jahresende deklarieren wollen. Eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung hat der Unternehmer nicht erstattet. Eickhoff: „Da war ich zu doof“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Wenn auch jenseits der Branche kaum bekannt, ist Eickhoff einer der einflussreichsten Deutschen im Modezirkus. Und Kopf und Herz der Düsseldorfer Mode-Dynastie: Seine Frau Brigitte (71) gilt als direkt und schlagfertig und wirkt seit einiger Zeit stärker hinter den Kulissen des Unternehmens, das sie gemeinsam 1961 gründeten.

Tochter Susanne Asbrand-Eickhoff (50) und Schwiegersohn Stefan Asbrand-Eickhoff (52) leiten das Hauptgeschäft an der Düsseldorfer Königsallee 56 seit 2008. Die noch studierenden Enkel Anna und Alexander sind ebenfalls fest im Eichoff'schen Mode-Imperium eingeplant.

Solche Mode-Dynastien gibt es mit den Armanis, Versaces und Etros nur noch in Italien, in Paris längst nicht mehr. An Rückzug denkt der 75-Jährige Eickhoff allerdings stets nur im Konjunktiv.

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Der Frauenflüsterer

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  • die einzige Konsequenz, die Herr Eickhoff aus dem Vorfall ziehen sollte, ist diesem Land den Rücken zu kehren.
    Ein deutscher Unternehmer weniger hier.
    Doch für jeden Unternehmer der wegzieht, kommen ja täglich ca. 10 bunte Neuzuzüge nach Doitslan ... allerdings keine Unternehmer sondern i.d.R. alle Hartzer.

  • Wenn man bedenkt was es an Zinsen in der Schweiz gibt,woooow,selbst durch den Zinsezinseffekt kommt über 30 Jahre nicht viel bei rum.und ich gebe ihm einfach recht,es ist volkssport.der Friseur schneidet bissl privat Haare,der bekannte Handwerker kommt eben mal samstags,und,und,und.Und nur weil solche Leute weder Haare schneiden können,noch malern machen sie es eben etwas anders.Ich würd mal gern betriebsprüfer durch irgendwelche Kieze von Grosstädten schicken,da koennte man sicher so einiges finden.die Summen eines einzelnen sind natürlich kleiner,dafür macht es dann die Menge.ob jetzt 5000 leute je 10000€ hinterzogen haben oder 500.000 Leute je 100€.wo ist da der finanzielle Unterschied?

  • Sehr geehrter Herr Wagner, Sie schildern etwas naiv, wo das Problem liegt. Es geht nicht darum dass Herr Eickhoff jetzt den verschmitzten Unfähigen spielt, sonder darum dass er diesen Staat betrogen hat. Er hat seine 100 Mitarbeiter den blanken Hintern gezeigt, die jeden Monat zwangsweise ihre Steuern zahlen. Es feht ein Schuldbewustsein in diesem Staat für solche Leute! Solche Leute gilt es - geschäftliches Angagement hin odr hier - an den Pranger zu stellen. Es sind Schmarotzer, die alle Leistungen dieses Staates und auch die Grundlagen die dieser Staat dem wirtschaftlichen Erfolg bereitet, nutzen, aber ihren Beitrag zu dem Staat nicht leisten wollen.
    H.Farmer Köln

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