Alkoholschloss
Niederlande stoppen betrunkene Autofahrer

Wenn holländische Autofahrer Alkohol im Blut haben, könnte ihr Wagen künftig automatisch streiken. Dafür sollen ab Mai 2011 sogenannte Alkoholschlösser sorgen, deren Einbau für Promillesünder Pflicht wird. Nur wer dann beim Atemtest in seinem Wagen nüchtern ist, kann ihn starten.
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HB AMSTERDAM. Zur zumindest zeitweiligen Anbringung eines Alkoholschlosses sollen Fahrer verdonnert werden, die bei Polizeikontrollen mit mehr als 1,3 Promille am Steuer erwischt wurden. Der Grenzwert entspricht je nach körperlicher Verfassung sechs bis zehn der in den Niederlanden üblichen kleinen Gläser Bier (0,25 Liter). In besonderen Fällen - etwa bei bekannter Alkoholsucht eines Autobesitzers - soll die Fahrsperre so eingestellt werden, dass sie unterwegs in regelmäßigen Abständen neue Atemtests verlangt.

Ziel der Zwangsmaßnahme sei es, die Zahl der Toten infolge alkoholbedingter Unfälle zu reduzieren, erklärte die für den Straßenverkehr zuständige Ministerin für Infrastruktur und Umwelt, Melanie Schultz van Haegen, am Mittwoch an. Erste Tests mit den Geräten hätten bereits gezeigt, dass sie notorische Alkoholfahrer ausbremsen können.

Technisch ist das Vorhaben der Holländer längst keine Zukunftmusik mehr. Volvo startete bereits 2007 einen Feldversuch mit Alkoholschlössern. Die Schweden setzten dabei auf eine Technik, die den Atemalkohol des Fahrers misst. Konkurrent Saab verlässt sich bei seiner „Alcokey“ genannten Lösung auf Halbleitersensoren, die auf das Fehlen von Sauerstoff reagieren.

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