Alle Feierlichkeiten abgesagt
Schwerer Busunfall überschattet Paralympics

Nach einem schweren Busunfall mit sieben toten Schülern auf dem Weg zu den Paralympics in Athen sind sämtliche Feierlichkeiten zum Abschluss der Behinderten-Weltspiele abgesagt worden.

HB ATHEN. Am frühen Montagmorgen kollidierte ein Schulbus mit 37 Schülern im Alter zwischen 15 und 16 Jahren und vier Lehrern aus dem mittelgriechischen Dorf Farkadona frontal mit einem zu schnell fahrenden Lastwagen. Zwei Schüler wurden schwer, weitere 20 leicht verletzt.

Bei den Paralympics wurde an allen Wettkampforten eine Schweigeminute eingelegt, nach einem Beschluss der Regierung sollten zudem am Mittwoch alle Schulen in Griechenland geschlossen bleiben. Wie das Organisationskomitee ATHOC mitteilte, wird nur das absolut notwendige Abschluss-Zeremoniell am Dienstag (19.45 Uhr) mit dem Einmarsch der Mannschaften, der Übergabe der Paralympics-Fahne an die Vertreter von Peking 2008 und dem Erlöschen des paralympischen Feuers stattfinden. Zuschauer können ihre Karten zurückgeben.

„Der Lastwagen fuhr wie verrückt. Nur seine linken Räder berührten noch den Boden. Sowas hab ich noch nie gesehen“, sagte ein Augenzeuge nach dem Unfall. Viele verletzte Schüler wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Regierung in Athen stellte Hubschrauber für den Transport von verletzten Schülern zur Verfügung. Die Unfallstelle gilt als eine der gefährlichsten Strecken der Nationalstraße, die Athen mit Nordgriechenland verbindet.

Unter dem Eindruck des tragischen Unfalls ging das sportliche Geschehen am vorletzten Wettkampftag fast unter. Die Spastikerin Anke Conradi aus Regensburg erschwamm über 50m Rücken die 17. Goldmedaille für Deutschland. Erste Plätze hatten zuvor die deutschen Tischtennis- Spieler im Teamwettbewerb und der querschnittsgelähmte Münchner Radrennfahrer Michael Teuber im kombinierten Straßenrennen und Zeitfahren eingefahren. Bronze ging an Erich Winkler aus Landshut. Damit stieg die Ausbeute der 210 deutschen Athleten auf insgesamt 74. Medaillen.

Der siebte Rang in der Nationenwertung bedeutet eine Verbesserung zum zehnten Platz in Sydney, vor allem weil 141 Deutsche weniger am Start waren. „Wir sind wieder deutlich dichter an die führenden Nationen wie China und Großbritannien herangerückt. Das können wir zwar nicht kontern, aber wir sind auf dem richtigen Weg mit der Konzentration auf die jungen Athleten“, bilanzierte Karl Quade, Chef de Mission. Chinesische Athleten standen in Athen 56 Mal ganz oben auf dem Treppchen. „Die wollen bei ihren Heimspielen einen Kanonenschlag landen“, meinte NOK-Chef Klaus Steinbach.

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