Alle Jahre wärmer
Es war 2005 zu mild in Deutschland

Mancher mag es nach dem teilweise sehr unbeständigen Sommerwetter und dem frühen Winter-Chaos im November nicht glauben, aber das Klima war in Deutschland auch 2005 wieder zu mild.

HB OFFENBACH. Mit einer Ausnahme - 1996 - lagen die Temperaturen seit 1988 über dem langjährigen Durchschnitt. "Es geht weiter nach oben", sagt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Der Klimawandel zeigt inzwischen sichtbare Folgen: Pflanzen blühen früher, Früchte werden früher reif, und auch die Heuernte hat sich deutlich ins Frühjahr verschoben.

Ein Temperaturplus von 0,7 Grad haben die DWD-Meteorologen für 2005 bis zur zweiten Novemberhälfte ausgerechnet. Die stärksten Ausschläge nach oben brachte der Januar, der um 2,5 Grad zu warm ausfiel. Im Oktober war es 2,0 Grad zu warm, im April 1,9 Grad. Nur zwei Monate waren kühler als normal, nämlich der August (-0,8) und der Februar (- 1,5). Außerdem war 2005 deutlich sonniger und ein wenig trockener als Durchschnittsjahre. Als Vergleichsperiode dienen international die Werte von 1961 bis 1990. Das Jahr 2004 war ebenfalls um 0,7 Grad zu mild ausgefallen.

Ob extreme Wetterereignisse wie die starken Regenfälle, die Teile Süddeutschlands im Juni und August unter Wasser setzten, oder der gewaltige Wintereinbruch Ende November im Münsterland ein Teil des Klimawandels sind, steht nach Ansicht der Offenbacher Klimaexperten nicht zweifelsfrei fest. "Von der Meteorologie her ist das kein Beweis", sagt Lux. "Niederschläge nehmen nicht generell zu." Das Bild sei anders als bei den Temperaturen uneinheitlich. So könne zwar an manchen Messstationen viel mehr Regen fallen als zu erwarten, an anderen dagegen registrieren die Meteorologen ein Defizit an Niederschlägen.

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