Alle Opfer geborgen
Flugschreiber sollen Rätsel lösen helfen

Die griechischen Rettungsmannschaften haben bis Montagmorgen alle 121 Leichen aus dem am Sonntag nahe Athen abgestürzten Flugzeug der zyprischen Gesellschaft Helios Airways geborgen. Nach dem Flugdatenschreiber wurde am Morgen auch der Stimmenrekorder entdeckt. Die Spekulationen um die Absturzursache halten derweil an.

HB ATHEN. Bis zum Montagmorgen war die Nationalität der Passagiere weiter unklar. Es wird jedoch vermutet, dass die meisten Passagiere griechische Zyprer waren. Nach Berichten des staatlichen Fernsehens (NET) waren auch 42 Kinder an Bord, die Mitglieder einer Fußballschule aus der Hafenstadt Limassol waren. Der Pilot stammte dem zyprischen staatlichen Fernsehen (RIK) zufolge aus Deutschland. Die Opfer werden in einer Halle im Norden Athens aufgebahrt. Gerichtsmediziner und Angehörige sollen helfen, die Toten zu identifizieren.

Wie griechische Medien berichteten, war während des Fluges von Larnaka nach Athen vermutlich die Klimaanlage ausgefallen und der Sauerstoff ausgegangen. Zugleich brach der Funkkontakt mit der Flugsicherung in Athen ab. Daraufhin waren routinemäßig Kampfjets aufgestiegen und hatten das Flugzeug begeitet. Die Kampfpiloten berichteten, dass sie nur einen Piloten im Cockpit gesehen hätten, dieser habe eine Sauerstoffmaske getragen, habe aber leblos in seinem Sitz gesessen. Nachdem der Treibstoff verbraucht war, stürzte die Boeing 737-300 in eine felsige Hügellandschaft rund zehn Kilometer nordöstlich des Athener Flughafens. Sofort nach dem Absturz gab es Spekulationen über Sicherheitsmängel. Die Airline wies diese zurück.

Ein griechischer Regierungssprecher betonte, dass es keine Hinweise auf einen Terrorakt oder eine Entführung gebe.

Die endgültige Klärung der Unfallursache wird erst von der Auswertung der beiden Flugschreiber in frühestens einem Monat erwartet. Die griechischen Rettungsmannschaften fanden am Montagmorgen auch den Stimmenrekorder aus dem Cockpit der abgestürzten Maschine. Das Gerät, das die Gespräche der Piloten untereinander und mit der Flugsicherung aufnimmt, sei schwer beschädigt, berichtete das staatliche Fernsehen. Bereits am Sonntag war der Flugdatenschreiber entdeckt worden. Von der Auswertung der beiden so genannten Black Boxes erhoffen sich die Behörden Aufschluss darüber, was wirklich im Flugzeug geschehen ist. Die Geräte sollen zur Auswertung nach Paris geschickt werden.

Ein Teil der Verwandten der Opfer wurden in der Nacht mit einer Sondermaschine nach Athen gebracht. Weitere Angehörige wurden am Montagvormittag in Athen erwartet. In einer Halle nahe der Hauptstadt sollten Gerichtsmediziner und Verwandte die Leichen identifizieren.

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