„Alles Beton"
Mahnmal-Architekt Eisenman fürchtet keine Graffiti-Sprayer

Der Architekt des Holocaust-Mahnmals in Berlin, Peter Eisenman, würde sich nach eigenen Worten nicht an Graffiti-Schmierereien auf dem Denkmal stören. Eine strenge Bewachung der Betonstelen lehnt der Amerikaner ab.

Reuters BERLIN. „Diese zerstörerischen Gefühle gibt es nun mal. Wir können nicht alles blütenrein halten. Das wäre dieselbe Haltung wie in den dreißiger Jahren“, sagte Eisenman dem Magazin „Stern“ in einem am Mittwoch vorab veröffentlichen Interview. Er habe nicht gewollt, dass die Betonstelen des Mahnmals mit einem Anti-Graffiti-Mittel behandelt würden. „Die Sprayer werden schon irgendeine Spezialfarbe finden“, sagte der US-Architekt. Das würde ihm nichts ausmachen.

Wenige Tage bevor am Samstag die ersten zehn Betonstelen nahe dem Brandenburger Tor aufgestellt werden, wandte Eisenman sich gegen eine scharfe Bewachung des Gedenkortes. „Es soll schließlich nicht aussehen wie ein Gefängnis oder gar ein Konzentrationslager.“ Mit einem Sprengsatz etwa seien die Stelen nicht zu zerstören. „Alles Beton“, sagte Eisenman.

Die Befürchtung von Kritikern, Besucher könnten sich von dem Wald aus massiven Betonpfeilern erschlagen fühlen, ließ der Architekt nicht gelten. „Sehen Sie, mein Sohn leidet unter Klaustrophobie. Er mag nicht Aufzug fahren - aber das hat mit ihm zu tun, nicht mit dem Aufzug.“ Eisenman bekräftigte seine Einstellung gegen die geplante Informationsstelle, die das Denkmal ergänzen soll. Am Wichtigsten sei ihm aber, dass kein Würstchenstand in der Nähe des Holocaust-Mahnmals aufgestellt.

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