Als „Zeichen Gottes“ gedeutet
Und die Sonne verfinsterte sich

Von Brasilien bis zur Mongolei haben am Mittwoch hunderttausende Menschen gespannt das seltene Schauspiel einer totalen Sonnenfinsternis verfolgt. Zunächst verdunkelte der Schatten des Mondes die Sonne in Brasilien, gegen Mittag hielt das Spektakel die Menschen in Westafrika in Atem. In der Türkei wurde die Sonnenfinsternis rund eine Stunde später beobachtet.

HB ABUJA/NAIROBI/ATHEN/KASTELLORIZO. Ein Jubelsturm brach los, als sich der Mond langsam vor die Sonne schob. Viele klatschten Beifall, andere beteten zu Gott. Jeder, der am Mittwochmorgen an der Küste von Ghana war, feierte die totale Sonnenfinsternis auf seine Art. Aber alle merkten: es wurde kühl, als die totale Sonnenfinsternis einen Schatten über Afrika warf und den Tag für wenige Minuten zur Nacht machte.

„Gott ist großartig. Es zeigt, wie wunderbar die Natur ist. Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagte Nana Appah. Die Ghanaerin war eine von vielen, die sich in der Küstenstadt Cape Coast versammelt hatten, um das Naturschauspiel mitzuerleben. Den Kopf in den Nacken gelegt und mit Sonnenbrillen auf der Nase schauten auch viele Touristen zum Himmel. Sie waren teilweise extra aus Europa angereist. In Ländern wie Deutschland verdunkelte der Mond die Sonne nur partiell. In Berlin bedeckten graue Wolken ohnehin den Himmel und damit die Sicht auf etwaige Schauspiele.

In Europa war die totale Sonnenfinsternis allein auf der griechischen Insel Kastellorizo nahe der türkischen Küste zu erleben: Das nur neun Quadratkilometer große Eiland war völlig übervölkert. Als es dunkel war, jubelten, klatschten und tanzten die eng gedrängten rund 3000 Schaulustigen. „Ich habe so etwas noch nie gesehen“, sagte der Bürgermeister der Insel, Pavlos Panigyris, Journalisten. „Es ist wie eine große Feier. Wir sind glücklich, dass wir die besten Wissenschaftler der Welt hier bei uns haben, die dies mit uns teilen.“ Auf der Insel wohnen nur rund 200 Menschen. Restaurant- und Hotelbesitzer freuten sich insbesondere über den Andrang, für den sie vermutlich Apoll dankten.

„Es ist eins der spektakulärsten Naturphänomene. Hier hat die totale Sonnenfinsternis rund 2,5 Minuten gedauert“, sagte der griechische Astrophysiker Ioannis Seiradakis im Fernsehen. „Noch nie hatten wir so einen Menschenauflauf auf unserer Insel“, sagte eine Einwohnerin im Fernsehen.

Die Sonnenfinsternis hat sich am Mittwoch über Deutschland weitgehend hinter Wolken abgespielt. Ein trüber Himmel erlaubte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nur vereinzelt Blicke auf das Naturschauspiel, das in Mitteleuropa als Teilfinsternis zu sehen war, bei der die Sonnenscheibe nur teilweise verdeckt wird.

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