Als Zivilfahnder der Polizei ausgegeben
Tom und Sonja mussten Martyrium durchleiden

Die beiden getöteten Kinder Tom und Sonja haben nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der Behörden ein langes Martyrium durchleiden müssen.

Reuters AACHEN. Der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Robert Deller, sagte am Donnerstag, die beiden geständigen Tatverdächtigen hätten den kleinen Tom über Stunden in den Kofferraum eines Autos gesperrt. Seine Schwester hätten sie in ihrem Wohnhaus mißbraucht. Beide Kinder wurden später erdrosselt. „Einen derartigen Fall habe ich in meiner über 20-jährigen Berufstätigkeit noch nicht erlebt“, sagte der sichtlich betroffene Deller. Es handele sich um ein „furchtbares, eigentlich nicht nachvollziehbares Verbrechen“.

Am Nachmittag des 30. März, einem Sonntag, seien die beiden geständigen Verdächtigen Markus Wirtz und Markus Lewendel mit ihrem Auto durch Eschweiler gefahren und hätten dabei das elf und neun Jahre alte Geschwisterpaar entdeckt, das auf einem Haldengelände spielte, berichtete Deller und Berufung auf die Ermittlungsergebnisse und die Geständnisse der beiden Männer.

Die beiden Männer hätten sich gegenüber den Kindern als Zivilfahnder der Polizei ausgegeben und ihnen als angeblichen Beweis Videothekenausweise gezeigt. Damit konnten sie die arglosen Kleinen in ihr Fahrzeug locken. „Wir gehen davon aus, dass die Tat am Sonntag geplant war“, sagte Deller.

Später seien die beiden Männer mit dem Auto in die Tiefgarage ihres Wohnhauses gefahren. Sonja sei in das Haus gebracht, Tom sei im Kofferraum des Fahrzeugs versteckt worden. Stunden später sei der Verdächtige Wirtz nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen mit Tom auf einen Parkplatz gefahren und habe den Jungen dort erwürgt. Beide Männer seien an den sexuellen Übergriffen an Sonja beteiligt gewesen.

Am darauffolgenden Montagabend seien die beiden Männer nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen mit der kleinen Sonja in einen Wald bei Euskirchen gefahren. Dort sei auch das Mädchen erdrosselt worden. Wirtz habe sich später als Mitglied des Malteser Hilfsdienstes an der Suche nach den Kindern beteiligt. Die Leiche war erst sieben Tage nach dem Verschwinden der Kinder gefunden worden.

Später waren die beiden Männer geflohen. Am 17. April waren sie in der Schweiz festgenommen und nach Deutschland überstellt worden. Beide Beschuldigte hätten Geständnisse abgelegt. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte, dass ein weiterer Täter an den Vorgängen beteiligt gewesen sei, betonte Deller. Auch ein Abgleich mit ähnlichen Todesfällen von Kindern in Deutschland und im Grenzgebiet zu den Niederlanden und Belgien habe bislang keine Anhaltspunkte ergeben, dass die beiden Verdächtigen für weitere Taten verantwortlich seien. Mit einer Anklageerhebung sei in drei bis vier Monaten zu rechnen, sagte Deller.

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