Altbundeskanzler Gerhard Schröder und neue Lebenspartnerin wollen heiraten

Jetzt soll es schnell gehen: Altbundeskanzler Gerhard Schröder und seine neue südkoreanische Lebenspartnerin Soyeon Kin wollen im Herbst heiraten. Ort und genauer Zeitpunkt würden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
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Bald steht die Hochzeit zwischen dem Altbundeskanzler und seiner neuen südkoreanischen Lebenspartnerin an. Quelle: dpa
Gerhard Schröder und Soyeon Kim

Bald steht die Hochzeit zwischen dem Altbundeskanzler und seiner neuen südkoreanischen Lebenspartnerin an.

(Foto: dpa)

SeoulAltbundeskanzler Gerhard Schröder (73) und seine neue südkoreanische Lebenspartnerin Soyeon Kim (48) wollen möglichst noch dieses Jahr Hochzeit feiern. Es sei geplant, im Herbst zu heiraten, sagte Schröder laut südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag in Seoul.

Ort und Zeitpunkt der Hochzeit würden zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Kim bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur das Vorhaben, betonte aber ebenfalls, dass sie erst später konkretere Angaben zu dem „Heiratsplan“ machen könne. Es wäre Schröders fünfte Ehe.

Schröder bekräftigte frühere Äußerungen, wonach beide Partner vorhätten, sowohl in Südkorea als auch in Deutschland zusammen zu leben. Es sei eine „neue Herausforderung“ und keine leichte Entscheidung, die Hälfte seiner verbleibenden Zeit in Korea zu verbringen, wurde der SPD-Altkanzler zitiert.

Gerhard Schröder und die Macht
Gerhard Schröder
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Vor zehn Jahren war die Gerd-Show vorbei. Sie endete mit einer „testosteronen Explosion“ in der Elefantenrunde. Schreibt Gregor Schöllgen. Der renommierte Historiker hat eine neue, die umfassendste Biografie über Gerhard Schröder vorgelegt. Der Basta-Kanzler, der Putin-Versteher, der Agenda-Erfinder. Viele Etiketten sind dem Sozialdemokraten, der von 1998 bis 2005 die Republik Rot-Grün regierte, angeklebt worden.

Im Zentrum der Macht
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Seine Zeit im Zentrum der Macht wurde oft und grell ausgeleuchtet. Das Licht fiel nicht überall hin. Die privaten Dokumente und Akten des Kanzleramtes blieben im Dunkeln, ebenso wichtige Etappen der Familiengeschichte. Diesen Schatz durfte Schöllgen, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Erlangen, nun heben. Es ist ein sattes Werk (DVA-Verlag/München) geworden, über 1000 Seiten stark, im Grundton wohlwollend. Seit Montag liegt es in den Buchläden. Am Dienstag will es Angela Merkel höchstpersönlich in Berlin vorstellen - ihr Vorgänger wird dabei sitzen und vielleicht sein berühmtes Wolfslächeln zeigen. Wie war das noch mal, am Wahlabend 2005, als Schröders Karriere zu Bruch ging und Merkels Stern aufstieg?

Die Elefantenrunde
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Schröders krawalliger Auftritt am Abend der Bundestagswahl 2005 hat längst einen festen Platz in der Politik- und TV-Historie. Offen stellte der SPD-Boss nach seinem fulminanten Endspurt den Sieg von Angela Merkel infrage, die ziemlich verdattert Schröders Ego-Nummer verfolgt. Hatte der Genosse einen sitzen? Alkohol habe keine Rolle gespielt, dafür verbürgen sich im Buch Schröders Vertraute, die den Wahlabend mit ihm verbringen. „besten Wahlkämpfer, die Europa gesehen hat“.

Attacke aus Frust
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In jenem Moment habe sich der Frust über die gegen ihn geführte Kampagne, wie Schröder es sah, aus Medien, Teilen der SPD, WASG, PDS und Gewerkschaften Bahn gebrochen. Hätte er kühlen Kopf bewahrt, wäre vielleicht eine geteilte dritte Kanzlerschaft mit Merkel drin gewesen. Doch bei Schröder, der sich aus kleinen Verhältnissen hochkämpfen musste, kommt der „Bürgerschreck“ durch, die Attitüde „Ihr könnt mich alle mal“. Ihr SPD-Widersacher habe eben eine „bourgeoise Attitüde“, aber keinen „klassischen bürgerlichen Kern“, wie Merkel selbst es im Gespräch mit dem Biografen festhält. Respekt habe sie vor Schröder immer gehabt. Der sei einer der „besten Wahlkämpfer, die Europa gesehen hat“.

Die SPD und die Agenda 2010
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Das gewaltige Reformwerk bleibt - neben dem Heraushalten Deutschlands aus dem Irak-Krieg - Schröders Vermächtnis. In den wichtigen Momenten aber versäumt er es, seine Partei mitzunehmen, die SPD-Seele zu streicheln. War die Aufgabe des Parteivorsitzes (den Franz Müntefering übernimmt) am 6. Februar 2004 der Anfang vom Ende? Aus Sicht seiner Nachfolgerin, die Schröders Schritt für „blanken Irrsinn“ hält, ist da was dran. „Niemals sollte es eine Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz geben“, sagt Merkel im Gespräch mit Schröders Biograf. Wer den Vorsitz abgibt, „verliert die Demut vor der Partei“.

Schröder und Müntefering
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Schröder tickt anders. Seit Ende 2002 ist ihm klar, dass er das tun muss, was er seit den Tagen als Juso-Chef am besten kann: Er geht volles Risiko. „Hier beginnt das, was als große Leistung in die Geschichtsbücher eingehen wird: In der Erkenntnis, dass ihn dieser Einsatz das Amt kosten kann, geht der Mann aufs Ganze, davon überzeugt, dass es für das Land, dem er dient, keine Alternative geben kann“, schreibt Schöllgen. Als im Mai 2005 die NRW-Wahl in die Binsen geht, zieht Schröder das Ding mit „Münte“ durch.

2005 ist es vorbei
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Neuwahlen. Ein Coup. „Franz, was ist? Schaffen wir das?“, so das Archiv. Antwort des Sauerländers: „Ich bin nicht sicher.“ Bis Bundespräsident Horst Köhler nach acht Wochen zäher Prüfung einwilligt, leidet Schröder wie ein Hund. Ein Gefangener seiner Entscheidung sei er gewesen. Erstmals muss der Kanzler ein Schlafmittel nehmen, weil er nächtelang keine Ruhe findet. Die vorgezogene Bundestagswahl verliert er. Es ist vorbei.

Er wolle mehr von der koreanischen Sprache kennenlernen und „ein normales Leben“ in dem asiatischen Land führen. Seine jetzige Beziehung werde nicht von seinem laufenden Scheidungsverfahren in Deutschland berührt.

Schröder hat mit seiner Noch-Ehefrau Doris Schröder-Köpf zwei Adoptivkinder. Das Paar hat die Scheidung eingereicht. Es ist die vierte Ehe des SPD-Politikers. Doris Schröder-Köpf (54) ist SPD-Landtagsabgeordnete in Hannover und inzwischen mit dem niedersächsischen SPD-Innenminister Boris Pistorius (57) liiert.

Schröder lebt in Hannover und hat auch ein Büro in Berlin, Soyeon Kim arbeitet als Repräsentantin der deutschen Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Invest.

„Hol' mir mal 'ne Flasche Bier, sonst streik ich hier“
Gerhard Schröder wird 70
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Ich will da rein“, ruft der junge Abgeordnete Schröder nach einem Kneipenabend und rüttelt am Zaun des Kanzleramts in Bonn. 1998 wird sein Traum wahr. Rot-Grün gewinnt die Wahl und Schröder wird Kanzler.

Gerhard Schröder trinkt Bier
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Hol' mir mal 'ne Flasche Bier, sonst streik ich hier“: Sprüche wie dieser bei einer Autogrammstunde werden zum Markenzeichen seiner Volkstümlichkeit. Schröder verkörpert eine klassische Aufsteigergeschichte.

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Der „Basta-Kanzler“: Als Politiker, der auch mal ein Machtwort spricht, macht sich Schröder einen Namen. Dieser Stil kommt aber nicht überall gut an – schon gar nicht beim linken Flügel der SPD.

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Im Kosovo-Krieg beteiligt sich Deutschland 1999 an den Nato-Luftangriffen gegen Serbien. Es ist der erste Militäreinsatz der Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Wahlkampf Peer Steinbrück
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Der Atomausstieg wird zur innenpolitischen Bewährungsprobe für Rot-Grün. 2001 setzt die Regierung den Ausstieg innerhalb von rund 20 Jahren durch einen Kompromiss mit der Energiewirtschaft durch.

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Nach den Terroranschlägen vom 11. September versichert Schröder den USA die uneingeschränkte Solidarität Deutschlands. In der Folge schickt die Regierung Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan.

150 Jahre SPD
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Nein zum Irak-Krieg: Als die USA anderthalb Jahre später den Irak angreifen, verweigert Schröder jedoch eine Beteiligung Deutschlands.

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