Am Tag nach der Festnahme
Verdächtige Passagiere aus US-Maschine verhört

Einen Tag nach ihrer Festnahme sind in den Niederlanden zwölf verdächtige Passagiere eines US-Flugzeugs verhört worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Haarlem, Ed Hartjes, erklärte, man habe noch keine neuen Erkenntnisse.

HB AMSTERDAM. Die Maschine der amerikanischen Gesellschaft Northwest Airlines war deswegen am Mittwoch kurz nach dem Start Richtung Bombay wieder nach Amsterdam zurückgekehrt. Dabei wurde die DC-10 mit 149 Passagieren an Bord von zwei Kampfjets der niederländischen Luftwaffe eskortiert.

Auch rund 24 Stunden nach dem Zwischenfall waren die genauen Umstände weiter unklar. Weder das niederländische Justizministerium noch der Grenzschutz wollten dazu zunächst weitere Angaben machen. Niederländische Medien berichteten am Donnerstag, vermutlich habe es sich nicht um einen geplanten Terroranschlag gehandelt. Die Maschine sei auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol nicht isoliert, sondern zwischen anderen Flugzeugen geparkt worden. Auch seien die Verdächtigen von der Polizei und nicht von einer Anti-Terror-Einheit festgenommen worden.

Augenzeugen berichteten nach Angaben niederländischer Medien, zwei so genannte Sky Marshals (bewaffnete Flugbegleiter) hätten wegen verdächtigen Verhaltens einer Gruppe von Männern die Kontrolle im Flugzeug übernommen. Nach anderen Schilderungen sollen die Passagiere laute Beifallsrufe ausgestoßen haben, als ein Handy klingelte.

Aus US-Regierungskreisen verlautete, die Männer an Bord der Maschine der Fluggesellschaft Northwest Airlines hätten versucht, ihre Mobiltelefone zu benutzen und diese untereinander weitergereicht. Augenzeugen machten widersprüchliche Angaben zum Verhalten der Verdächtigen. So sagte Nitin Patel aus Boston nach einem Bericht der Zeitung „De Algemeen Dagblad“, er habe hinter den Männern in der Business-Class gesessen. „Mein Gefühl sagt mir, dass diese Leute das Flugzeug entführen wollten.“ Ein anderer Passagier sagte dem Fernsehsender NOS, er habe neben einem der Männer gesessen und nichts Verdächtiges bemerkt. Ein dritter erklärte, einige der Verdächtigen schienen aus Südostasien zu stammen.

Die Staatsanwaltschaft muss die Verdächtigen innerhalb von drei Tagen einem Richter vorführen, der dann über die weitere Untersuchungshaft entscheidet. Besteht Terrorverdacht, können die Männer bis zu 14 Tage ohne weitere Beweise festgehalten werden.

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