Ambrosia-Pollen
Allergikern droht neue Plage

Keine Pollen treffen Allergiker härter als die der Aufrechten Ambrosie. Durch den Klimawandel begünstigt, verbreitet sich die Pflanze in weiten Teilen Europas. Jetzt droht die eingeschleppte Art auch in Deutschland einzufallen.

HB DÜSSELDORF. Das Beifußblättrige Traubenkraut gilt als unscheinbares Unkraut am Straßenrand. Seine Blüten jedoch tragen Pollen in sich, die Mediziner und Allergiker gleichermaßen fürchten. Die Pflanze stammt aus Nordamerika. Ihre Samen kamen als „blinde Passagiere“ an Bord von Frachtschiffen im 19. Jahrhundert über den Atlantik und breiteten sich zunächst vor allem in den wärmeren Regionen in Südeuropa aus.

Heuschnupfengeplagte fürchten vor allem die späte Blütezeit des Unkrauts im August und September, die zu einer Verlängerung der im Frühjahr beginnenden Pollensaison führt. Ambrosia artemisiifolia wächst meist auf unwirtlichen Böden, etwa in Neubaugebieten oder auf Schutthalden. Die Pollen können allergische Reaktionen der Augen und Atemwege auslösen und zu Asthma führen.

Allergiespezialisten bescheinigen den Pollen ein hohes allergenes Potenzial und der Pflanze eine extreme hohe Samenanzahl. Die tausenden Samen pro Pflanze, die zudem im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben, können sich infolge der Pflanzenhöhe weit ausbereiten. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis Oktober mit fingerförmigen, grüngelblichen Blütenständen, die sehr kleine, unscheinbare gelbe Blütenköpfe haben.

Nach Angaben der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig hat sich die stark allergene Pflanze in mehreren europäischen Ländern wie Frankreich, Italien und Ungarn in den vergangenen Jahren „massiv“ ausgebreitet. Die Allergierate sei in italienischen Verbreitungsgebieten nach Expertenangaben um 60 Prozent gestiegen. Aber auch bei der Bundesanstalt heißt es für Deutschland, dass „bisher kein umfassendes Datenmaterial zum Vorkommen der Pflanze existiert“.

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