Amoklauf in US-Schule - Zehn Tote
"Schlimmstes Massaker" seit Jahren in USA

In den USA hat sich das laut Behörden schwersten Schießerei an einer US-Schule seit dem Columbine High School Massaker vor sechs Jahren ereignet. Ein Junge hat am Montag in einer Schule in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota neun Menschen erschossen und danach Selbstmord begangen.

HB ST. PAUL. Wie die US-Bundespolizei am Montag mitteilte, erschoss der Täter an der Oberschule in dem Indianer-Reservat Red Lake mindestens fünf Mitschüler, eine Lehrerin und einen Wachmann. Mindestens zwölf Menschen seien verletzt worden. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. Vor dem Gewaltakt an der Schule hatte der Täter seinen Großvater und dessen Freundin in deren Haus in dem Reservat erschossen, das von Ojibwa-Indianern bewohnt wird. Der Großvater des Schülers hat lange Zeit als Polizist in dem Reservat gearbeitet.

Der Täter war Augenzeugen zufolge mit einem Gewehr und mindestens einer Pistole bewaffnet. Er habe auf die Türen von Klassenräumen gefeuert, hinter denen sich verängstigte Schüler barrikadiert hätten. „Er ist in die Schule gegangen und der Erste, den er erschossen hat, war der Wachmann an der Tür“, sagte eine Lokaljournalistin, die mit Schülern und Lehrern gesprochen hatte. Ein Schüler habe ihr geschildert, wie der Amokläufer seine Opfer offenbar willkürlich auswählte: „Er richtete seine Waffe auf einen Jungen, überlegte es sich dann aber anders, winkte ihm lächelnd zu und erschoss jemand anderen.“ Ein Schüler sagte einem lokalen Fernsehsender, der Täter habe bereits vor einem Jahr davon gesprochen, die Schule „zusammenschießen“ zu wollen.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei dem Jugendlichen um einen Einzeltäter handelt. Die Todesopfer seien alle in einem Raum erschossen worden. Alarmiert wurde die Polizei von Schülern, die über ihre Handys um Hilfe riefen. Polizisten hätten sich dann einen Schusswechsel mit dem Täter geliefert, bevor dieser sich in einem Klassenraum selbst erschossen habe.

Die Gewalttat weckt Erinnerungen an das Schulmassaker in Columbine im Bundesstaat Colorado, bei dem im April 1999 insgesamt 14 Schüler, darunter die beiden Täter, und eine Lehrkraft getötet wurden. Auch in Minnesota war es bereits zu einer Schießerei an einer Schule gekommen: Im Jahr 2003 erschoss ein Schüler zwei Klassenkameraden. Bei der schwersten Gewalttat an einer deutschen Schule hatte ein Schüler im Jahr 2002 in Erfurt 13 Lehrer, zwei Schüler und einen Polizisten erschossen, bevor er sich selbst tötete.

Nur wenige Tage vor dem jüngsten Amoklauf in Minnesota hatte ein bewaffneter Mann auf einer Versammlung einer religiösen Sekte im Nachbarstaat Wisconsin sieben Teilnehmer getötet und sich anschließend selbst erschossen.

In Red Lake lebt rund die Hälfte der 10 000 Angehörigen des Ojibwa-Stammes. Viele Reservatbewohner leben in Armut und haben keine Arbeit. Eine der wenigen Einnahmequellen ist ein kleines Spielcasino. Viele Bewohner verdienen sich ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Wildreis und durch Fischfang.

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