Amoklauf Vier Tote bei Geiselnahme in kalifornischem Heim für Veteranen

Ein Schütze platzt in einem Betreuungsheim in den USA und nimmt Geiseln, es gibt Tote. Er wurde kürzlich aus einem Traumata-Hilfsprogramm ausgeschlossen.
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Polizei und Justiz stehen in der Nähe des Veterans Home of California, eines Seniorenheims für US-Veteranen. Ein Schütze hat das Seniorenheim in Kalifornien überfallen und dort mehrere Geiseln genommen. Quelle: dpa
Schütze nimmt Geiseln in kalifornischem Seniorenheim

Polizei und Justiz stehen in der Nähe des Veterans Home of California, eines Seniorenheims für US-Veteranen. Ein Schütze hat das Seniorenheim in Kalifornien überfallen und dort mehrere Geiseln genommen.

(Foto: dpa)

San FranciscoEine stundenlange Geiselnahme in einem Pflegeheim für US-Veteranen in Kalifornien ist für den Schützen und drei Geiseln tödlich ausgegangen. Der Täter hatte das Heim, das anderthalb Autostunden nordöstlich von San Francisco liegt, am Freitagmorgen betreten und dabei „viele“ Schüsse mit der Polizei gewechselt, sagte ein Polizeisprecher. Er und drei als Geiseln genommene Frauen wurden rund acht Stunden später tot in einem Raum gefunden. Kontaktversuche der Polizei waren zuvor erfolglos geblieben.

Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen 36 Jahre alten Kriegsveteranen, der kürzlich aus einem Therapieprogramm der privaten Hilfsorganisation Pathway Home ausgeschlossen worden war. Die gemeinnützige Organisation hilft Veteranen aus dem Irak und Afghanistan beim Umgang mit Traumata und Stress. Die Gründe für seinen Ausschluss waren zunächst unklar. Bei den toten Geiseln handelt es sich um die Direktorin und eine Therapeutin des Programms sowie eine Psychologin, berichtete die Zeitung „The Press Democrat“ unter Berufung auf die Polizei.

Das Betreuungsheim in Yountville im Napa Valley ist nach dessen Angaben das größte Veteranenheim in den USA. Dort leben etwa 1100 ältere oder behinderte Frauen und Männer, die unter anderem im Zweiten Weltkrieg, im Vietnamkrieg und im Irak im Einsatz waren. Die weiträumige Anlage, auf der das Pathway-Programm angeboten wird, ist mehr als 130 Jahre alt.

Berichten zufolge fand in dem Heim eine Abschiedsfeier für einen Pathway-Mitarbeiter statt, als der Mann in schwarzer Schutzkleidung mit einem Gewehr den Raum betrat und sich mit den Geiseln verschanzte. Ein Hilfssheriff habe sich mit ihm einen Schusswechsel geliefert, habe ihn aber nicht überwältigen können, sagte Polizist Chris Childs. Schwerbewaffnete Einsatzkräfte rückten an und umstellten das Heim. Etwa 80 Kinder, die sich in derselben Umgebung in einem Theater aufhielten, wurden mit Schulbussen in Sicherheit gebracht.

Im Verlauf mehrerer Stunden habe man weder von dem Täter noch von den Geiseln etwas gehört oder gesehen, zitierte die Zeitung einen Sprecher der zuständigen Polizeieinheit California Highway Patrol. Sowohl auf dem Handy des Mannes als auch auf Telefonen in seiner Nähe hätten die Verhandler angerufen, darunter auch Experten der Bundespolizei FBI, sagte Childs.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown sprach von „schrecklicher Gewalt“. Der Täter habe das Leben dreier Menschen genommen, die sich dem Dienst an Veteranen gewidmet hätten. Die Ermittlungen könnten nach Polizeiangaben noch Tage dauern.

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  • dpa
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