Amoklauf von Lörrach
Beziehungsdrama kostet vier Menschen das Leben

Auslöser für den Amoklauf einer Frau im baden-würrtembergischen Lörrach war offenbar ein Beziehungsdrama. Eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus und eine anschließende Schießerei forderten vier Todesopfer, auch die Amokläuferin starb. Augenzeugen berichten von einem Drama in der Gynäkologie des St.-Elisabethen-Krankenhauses.
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HB LÖRRACH. Bei der Explosion eines Hauses im baden-württembergischen Lörrach und dem anschließenden Amoklauf einer Frau sind am späten Sonntagnachmittag vier Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere Menschen wurden durch Schüsse verletzt, darunter ein Polizist, sagte ein Polizeisprecher. Unter den vier Toten ist die Amokläuferin, sie wurde von Polizisten erschossen.

Die Polizei ermitttelte fieberhaft die ganze Nacht hindurch. Trotzdem waren auch am frühen Montagmorgen die Hintergründe der Ereignisse nur bruchstückhaft bekannt. Man gehe von einer Beziehungstag aus, sagte der Leitende Staatsanwalt Dieter Inhofer bei einer Pressekonferenz in der Nacht. Die Frau habe zunächst ihren früheren Lebensgefährten sowie den fünf Jahre alten gemeinsamen Sohn getötet, fügte Inhofer hinzu. Die Täterin schoss mit einer kleinkalibrigen Faustfeuerwaffe. Tatort war die Wohnung des Mannes in einem Mehrfamilienhaus in der Lörracher Innenstadt. In dieser habe es eine heftige Explosion gegeben. Diese sei von der Frau durch Brandbeschleuniger ausgelöst worden. Der Mann und das Kind lebten gemeinsam in der Wohnung, die Frau nicht. Die Wohnung wurde komplett zerstört.

Auf ihrer anschließenden Flucht ins benachbarte Elisabethen-Krankenhaus tötete die Frau einen Pfleger und verletzte durch Schüsse vor dem Gebäude zwei Passanten sowie in der Klinik einen Polizeibeamten. Lebensgefahr bestand in der Nacht bei keinem der Verletzten mehr. Im Flur des ersten Obergeschosses wurde die Frau von der Polizei erschossen, nachdem sie wild um sich gefeuert habe, hieß es. „Durch ihre beherztes Eingreifen haben die eingesetzten Beamten Schlimmeres verhindert“, sagte der baden-württembergische Landespolizeipräsident Wolf Hammann. Von der Explosion bis zum letzten Schuss seien nicht einmal 40 Minuten vergangen. Aus dem brennenden Haus rettete die Feuerwehr sechs Erwachsene sowie ein Kind. 15 Bewohner mussten mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser gebracht werden.

Im Einsatz waren rund 300 Polizisten und Retter aus ganz Südbaden. Zur Identität der Amokläuferin sowie zu weiteren Hintergründen der Bluttat wollten sich Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht äußern. Weitere Details wollen sie am Montag (16.00 Uhr) in Lörrach bekanntgeben.

Der tödliche Schusswechsel ereignete sich den Angaben zufolge in der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses. Die Polizei sprach von einer „Amok-Lage“ und riegelte den Bereich um das Krankenhaus ab. Versorgungszelte wurden aufgebaut, in denen traumatisierte Augenzeugen und Einsatzkräfte betreut wurden. Der verletzte Polizist erlitt einen Kniedurchschuss. Die beiden ebenfalls schwer verletzten Passanten erlitten einen Rückendurchschuss sowie einen Streifschuss am Kopf.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, äußerte sich tief erschüttert über den Amoklauf: „Wir beten für die Opfer. Wir sind in Gedanken und unseren Gebeten bei den Verstorbenen, den Verletzten, den trauernden Angehörigen und Freunden sowie den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdiensten“, sagte der Freiburger Erzbischof.

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