An der Küste Großbritanniens
18 Menschen sterben bei der Suche nach Muscheln

Bei der Suche nach kostbaren Herzmuscheln sind in der Irischen See vor Großbritannien 18 Menschen ertrunken. Sie gehörten zu 30 Chinesen, die auf einer Sandbank in der berüchtigten Morecambe Bay vor der Nordwestküste Englands einsanken und von der auflaufenden Flut überrascht wurden.

HB LONDON. Neun Menschen wurden gerettet, teilte die Polizei am Freitag mit. Eine groß angelegte Rettungsaktion, an der Militärhubschrauber und Spezialsuchteams beteiligt waren, dauerte am Vormittag noch an. Die Gruppe war am Donnerstagnachmittag aufgebrochen und am späten Abend in Schwierigkeiten geraten. Morecambe Bay nördlich von Lancaster ist für seine schnell wechselnden Gezeiten, seinen Schlamm und unberechenbaren Treibsand bekannt.

„Es ist ein gefährlicher Ort. Der Sand ändert sich ständig, von fest bis weich“, sagte der Kommunalpolitiker Keith Budden der BBC. Die Chinesen seien nur dünn bekleidet gewesen und hätten „keine Chance“ gehabt. Die meisten von ihnen sprachen kein Englisch.

Die Muschelsuche in der Bucht wird von den Behörden mit der Ausstellung von Erlaubnisscheinen reguliert. In den letzten Jahren sei die Suche nach den Herzmuscheln in der Grafschaft Lancashire aber zu einem „einträglichen Geschäft“ geworden, berichtete die BBC.

In britischen Medien wurde der Verdacht geäußert, dass die Chinesen möglicherweise als illegale Einwanderer für kriminelle Drahtzieher tätig waren. „Die Opfer dieses tragischen Unglücks wurden vermutlich ausgebeutet“, sagte Geraldine Smith, die Abgeordnete für Morecambe Bay. Nach ihren Angaben liegen an den Stränden der Bucht Herzmuscheln im Wert von umgerechnet 8,7 Millionen Euro (6 Millionen Pfund). Pro Tag könnten Sammler Muscheln im Wert von mehr als 700 Euro finden. Die Meeresfrüchte würden vor allem ins Ausland exportiert.

„Dies war ein Unglück, das eines Tages geschehen musste“, sagte Smith. Schon im August vergangenen Jahres waren in der Bucht 37 Chinesen festgenommen worden. Die meisten von ihnen wurden anschließend wegen fehlender Papiere ausgewiesen.

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