An Parkinson erkrankt
Papst gesundheitlich stark angeschlagen

Papst Johannes Paul II. hat zum Auftakt seiner Slowakeireise am Donnerstag gesundheitlich stark angeschlagen gewirkt. Seine Rede nach Ankunft auf dem Flughafen von Bratislava musste der 83-Jährige unterbrechen.

HB BRATISLAVA. Der katholische Kirchenführer saß im Rollstuhl und schaffte es trotz sichtlicher Anstrengung lediglich, einige Sätze zu sprechen. Seine Stimme war brüchig, er machte lange Pausen und rang nach Atem. Als Folge der Parkinson-Krankheit war seine Aussprache derart undeutlich, dass Zuhörer ihn kaum verstanden. Ein Helfer musste die vorbereitete Rede verlesen. Zuvor hatte es 20 Minuten gedauert, bis der Papst durch eine Hebebühne aus dem Flugzeug gebracht worden war. Theologen aus der Papstbegleitung sprachen von einer erheblichen gesundheitlichen Verschlechterung. „Es wird immer schlimmer, so schwach war er noch nie.“

Das Reiseprogramm für die Slowakei war bereits zuvor stark eingeschränkt worden. Am Nachmittag traf der Papst zu einem kurzen Höflichkeitsbesuch mit Staatspräsident Rudolf Schuster zusammen. Die Bitte der Roma-Minderheit um ein Papsttreffen hatte der Vatikan abgelehnt. Am Freitag und Samstag sind Flugreisen in andere Städte geplant, wo der Papst Messen halten will.

Noch im Frühjahr hatte sich der Gesundheitszustand des Papstes, angeblich wegen neuer Medikamente, erheblich gebessert. Er konnte klarer sprechen, das Zittern seiner Hände wurde geringer, der Papst wirkte allgemein stabiler. Ärzte raten ihm seit langem, keine Reisen mehr zu unternehmen. Der Slowakeibesuch ist seine 102. Auslandsreise. Zum Abschluss am Sonntag will er zwei Opfer des Kommunismus selig sprechen.

In der vorbereiteten Begrüßungsrede warnte der Papst vor Materialismus im künftigen erweiterten Europa. Die Slowaken und anderen künftigen EU-Mitglieder sollten nicht allein auf den ökonomischen Vorteil der EU-Erweiterung achten: „Großer Reichtum kann in der Tat auch große Armut hervorrufen.“

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