Analysten-Einschätzung
Ölpreis dürfte neue Höchststände erreichen

2006 müssen sich die Verbraucher auf neue Höchststände beim Ölpreis einstellen. "Es wird kein billiges Öl mehr geben", prognostiziert Marktanalyst Analyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz.

HB FRANKFURT. Volkswirt Wolfgang Wilke von der Dresdner Bank zufolge wird sich die Nordsee-Ölsorte Brent im kommenden Jahr auf deutlich mehr als 60 Dollar je Barrel (159 Liter) verteuern und damit Kurs auf ihr Rekordhoch von 68,89 Dollar nehmen.

Der Terminkontrakt auf Brent stieg Anfang Dezember angesichts eines Wintereinbruchs im Nordosten der USA schon wieder auf über 57 Dollar. Für ein Fass der an den Finanzmärkten als Benchmark geltenden US-Leichtölsorte Western Texas Intermediate (WTI) mussten mehr als 59 Dollar bezahlt werden. Der Preis für WTI hatte während des Hurrikans "Katrina" Ende August mit über 70 Dollar ein Allzeithoch erreicht. Vor einem Jahr hatte ein Fass WTI noch rund 40 Dollar gekostet, ein Fass Brent etwa 39 Dollar.

"Der Preis für Brent wird zunächst voraussichtlich auf etwa 50 Dollar zurückfallen, um dann wieder kontinuierlich zuzunehmen", prognostiziert Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg von der DZ Bank. Dresdner-Volkswirt Wilke hält sogar einen Rutsch unter diese Marke für möglich.

"Derzeit ist zu viel Öl auf dem Markt", erklärt Wilke den Preisrückgang in den vergangenen Wochen. "Eine schwächere Nachfrage bei einem gleichzeitig anhaltend hohen Ausstoß der Opec-Staaten drückt auf die Preise." Stefan Schilbe, Chef-Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, warnt allerdings vor übertriebenen Hoffnungen. "Die Erfahrung zeigt, wenn Positionen so stark ausgeprägt sind, ist die Talsohle des Kurses bald erreicht."

Die massiven Käufe spekulativ orientierter Investoren gelten als ein Motor für den drastischen Ölpreis-Anstieg 2005. Börsianer bezifferten die Differenz zwischen dem allein auf realer Nachfrage basierenden und dem an der Börse ermittelten Ölpreis dabei zeitweise auf rund 20 Dollar.

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