
Bei diesem EU-Siegel ist die Angabe der Herkunft begrenzt. Nur mindestens eine der Produktionsstufen - Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - muss in der genannten Region stattfinden. Die Rohstoffe können auch aus anderen Regionen und Ländern stammen, ohne dass explizit darauf hingewiesen werden muss. Beispiel: Schwarzwälder Schinken muss nicht aus Schwarzwälder Schweinen gemacht sein.

Dieses EU-Siegel zeigt: Die Rohstoffe kommen aus dem genannten Gebiet und sämtliche Produktionsschritte finden auch dort statt. Ebenfalls muss ein Zusammenhang zwischen dem Herkunftsgebiet und den Eigenschaften des Produktes zu erkennen sein. Das Siegel ist in Deutschland bisher wenig verbreitet. Beispiel: Allgäuer Emmentaler, Allgäuer Bergkäse und Altenburger Ziegenkäse.

Dieses EU-Siegel trifft keine Aussage über die Herkunft des Produktes. Es weist lediglich auf eine traditionelle Zusammensetzung des Produktes oder ein traditionelles Herstellungs- oder Verarbeitungsverfahren hin. Die Produktion kann an jedem beliebigen Ort stattfinden. Beispiele: Mozzarella, Serrano-Schinken, holländischer Bauernkäse.

Das deutsche Bio-Siegel zeichnet mehr als 60.000 Produkte aus. Es gelten die gleichen Vorgaben, wie für das EU-Bio-Siegel.
Die Verordnung umfasst mehr als hundert Seiten und schreibt unter anderem ökologischen Anbau, Tierhaltung, Fischzucht und Futterproduktion für Heimtiere vor. Jeder Betrieb muss mindestens einmal jährlich geprüft werden. Produkte mit dem Siegel entsprechen den Bio-Mindeststandards.

Inzwischen haben viele Supermarktketten eigene Bio-Marken im Sortiment. Doch keine dieser Marken geht über die Mindeststandards hinaus. Diese Marken sind gegenüber den staatlichen Siegeln zudem nur eingeschränkt zu empfehlen, da die Bewertungskriterien wenig verlässlich sind. Die Konzerne könnten die Standards für die Marken senken, ohne dass sie die Verbraucher informieren müssten.

Unter der Eigenmarke Alnatura vertreibt die Alnatura GmbH Produkte aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft. Sämtliche Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen. So dürfen selbst Alnatura-Zulieferer keinen Kunstdünger, synthetisches Pflanzenschutzmittel oder genetische veränderte Organismen und deren Derivate einsetzen. Tiere müssen zudem artgerecht gehalten werden. Alnatura untersucht die Rohstoffe zusätzlich auf Rückstände. Mit diesen Standards geht das Labels sogar über die EG-Öko-Verordnungen hinaus.

Bioland ist der größte ökologische Anbauverband in Deutschland, mit mehr als 5000 Mitgliedern. Die Richtlinien des Verbandes sind deutlich strenger als die Vorgaben der EU. So dürfen Bioland-Betriebe parallel nicht konventionellen Anbau betreiben. Zudem gibt es für jede Tierart spezifische Haltungsbedingungen, garantierten Auslauf im Freien und weniger Tiere pro Quadratmeter. Doch über allem steht die Grundlage des Verbandes: die Kreislaufwirtschaft, die völlig ohne Pestizide und Kunstdünger betrieben wird.

Das Demeter-Siegel wird seit 1928 vergeben und ist damit das älteste Bio-Siegel Deutschlands. Es zeichnet Produkte aus, die ausschließlich aus der biologisch-dynamischen Landwirtschaft kommen. In dieser Form des Anbaus wird der landwirtschaftliche Betrieb als ganzheitlicher Organismus verstanden. So dürfen die Tiere nur Futter erhalten, das vom selben Hof kommt und deren Mist muss als Dünger verwendet werden. Die Verbandsrichtlinien gehen weit über die EU-Öko-Verordnungen hinaus. Rund 4000 Betriebe weltweit arbeiten nach den hohen Öko-Standards von Demeter.

Das Siegel wird vom Verein Bewusst Wählen e.V. an Vereinsmitglieder vergeben. Damit sollen nährstoffoptimierte Lebensmittel gekennzeichnet werden, die für eine ausgewogenen Ernährung sorgen sollen. Der Verein wurde von den drei Lebensmittelkonzernen Campina, Friesland Foods und Unilever gegründet. Weil die Hürden niedrig sind - die Vorgaben basieren lose auf Ernährungsrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation - und das Siegel von einem Zusammenschluss der o.g. Konzerne gegen eine Jahresgebühr an andere Konzerne vergeben wird, gilt es als wenig glaubwürdig.

Das DLG-Prämiert-Siegel wird von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) in den Kategorien Bronze, Silber und Gold vergeben. Es prämiert Lebensmittel mit einem "überdurchschnittlichen Genusswert". Dazu werden Geschmack, Aussehen, Geruch, Farbe und Konsistenz der Produkte getestet. So wird nur die geschmackliche Qualität, aber nicht die Bedingungen der Herstellung oder die Herkunft der Zutaten bewertet.
Bei diesem EU-Siegel ist die Angabe der Herkunft begrenzt. Nur mindestens eine der Produktionsstufen - Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - muss in der genannten Region stattfinden. Die Rohstoffe können auch aus anderen Regionen und Ländern stammen, ohne dass explizit darauf hingewiesen werden muss. Beispiel: Schwarzwälder Schinken muss nicht aus Schwarzwälder Schweinen gemacht sein.
Aber Scholz und seine Mitarbeiter packen auch Auberginen aus Spanien in die Kisten. Oder Ananas aus der Elfenbeinküste und Ingwer aus Peru. Selbst die Birnen kommen aus Italien. Radieschen, Kohlrabi und Feldsalat ebenso.
Ein Teil sind saisonale Produkte, die auf Brandenburgs Feldern gerade nicht wachsen. Aber die Kunden liebten eben „Vielfalt“, sagt Scholz. Und unterm Strich liege der Anteil der ausgelieferten Regionalwaren bei über 50 Prozent. Dafür bekam Scholz' Betrieb vom Ökokisten-Verband fünf Sterne - die Bestnote.
„Handelsblatt“-Recherchen haben besonders dreiste Geschäfte mit dem Heimatgefühl aufgedeckt. Danach steckt in „Bayerischem Leberkäse“ mitunter Fleisch aus Belgien und Holland. Die „heimischen Säfte“ von Hohes C enthalten unter anderem Kirschen aus Mittelamerika. Und der Lebensmittelhersteller Vossko bezieht sein Fleisch für die Chicken Nuggets „Unser Bauernhof“ aus Brasilien.

Danone Danone-Produkte findet man in Deutschland vor allem in der Milchabteilung: Fruchtzwerge (Foto), Actimel, Obstgarten sowie weitere Joghurt-Sorten. Foto: dpa

Danone Kennzahlen (2009): Umsatz: Mrd. Euro Nettoergebnis: Mrd. Euro Mitarbeiter: 168.000 Foto: Reuters

Kraft Foods Auf Rang drei steht eine Legende der US-Firmengeschichte, Kraft Foods. Ketchup spielte für den Konzern vor allem am Anfang eine große Rolle. Kennzahlen (2009): Umsatz: 29,0 Mrd. Euro Nettoergebnis: 2,2 Mrd. Euro Mitarbeiter: 97.000 Foto: Kraft

Kraft Foods In Deutschland ist Kraft Foods vor allem mit der Marke "Milka" sehr bekannt. Dazu kommen unter anderem Jacobs, Miracel Whip, Philadelphia, Toblerone und Miráculi. Foto: ap

Unilever Auf Rang zwei steht der britisch-holländische Konzern Unilever. Kennzahlen (2009): Umsatz: 39,8 Mrd. Euro Nettoergebnis: 3,4 Mrd. Euro Mitarbeiter: 168.000 Foto: dpa

Unilever In Deutschland bekannte Marken von Unilever sind Lätta, Rama, Langnese, Knorr, Lipton oder Slim Fast. Foto: dpa

Unilever Allerdings ist Unilever bei weitem nicht nur bei Lebensmitteln stark, sondern zum Beispiel auch bei Reinigungsprodukten. In Deutschland ist die Marke Dove (Foto) recht bekannt. Foto: Unilever

Nestlé Auf Rang eins stehen mit weitem Abstand die Schweizer von Nestlé. Kennzahlen (2009): Umsatz: 66,6 Mrd. Euro Nettoergebnis: 6,9 Mrd. Euro Mitarbeiter: 278.000 Foto: ap

Nestlé Zu den bekanntesten Marken gehören unter anderem Maggi, Buitoni oder Kitkat. Allerdings ist Nestlé vor allem ... Foto: Nestlé

Nestlé ... in der Getränkesparte erfolgreich. Zum einen bei Kaffee wie Nescafe, zum anderen bei Mineralwasser. Hier sind Marken wie Perrier und San Pellegrino margenstark. Foto: Reuters
Danone Danone-Produkte findet man in Deutschland vor allem in der Milchabteilung: Fruchtzwerge (Foto), Actimel, Obstgarten sowie weitere Joghurt-Sorten. Foto: dpa
Der Begriff „regional“ wird also sehr großzügig ausgelegt. Die 200 Kilometer, die für den Betrieb „Märkische Kiste“ gelten, seien da schon ganz gut, meint Nicole Weik vom Bundesverband der Regionalbewegung. „Aber Ananas, das hat mit Regionalität natürlich nichts zu tun.“ Der Verband arbeitet an einem Kennzeichen für regionale Produkte, das mehr Kriterien enthält als das vor allem an Herkunft orientierte „Regionalfenster“. „Das jetzige System ist viel zu schwammig“, sagt Weik.
Bei der „Märkischen Kiste“ werden pro Tag 450 bis 600 Kisten gepackt und geliefert. Damit ist der Betrieb an seine Kapazitätsgrenze gelangt - man platze aus allen Nähten, sagt Geschäftsführer Christoph Scholz. Im April steht deshalb ein Umzug in ein Gewerbegebiet an: „Da gibt es doppelt so viel Fläche“.

Der Kunde will mit "regional" ja doch nur "ein gutes Gefühl" kaufen. Und das bekommt er doch - ganz gleich wo das Zeug tatsächlich herkommt.
Regional ist doch nur ein an den Haaren herbeigezogenes Argument das den Kunden von objektiven Qualitätsmerkmalen "ablenken" - und ihm oft sogar noch einen höheren Preis schmackhaft machen soll.
Aus "regional" wird so gesehen auch erst dann ein Schuh wenn mit der Herkunft objektive Qualitätsanforderungen in Produktion und Weiterverarbeitung verbunden sind.
Und genau da liegt meist der Schwachpunkt von "regional". Denn gerade der "logistische Spielraum" der sich aus der Nähe zum Verbrauchger ergibt - wird von Produzenten und Handel "großzügig" genutzt um Kosten zu sparen und Gewinne zu maximieren.
Wichtiger als Regionalbezeichnungen wären also objektive Angaben zum Erntezeitpunkt und der Produktionsweise.

Eine Lösung für die Verbraucher wäre es als erstes das "hergestellt für ..." abzuschaffen und durch eine zwingende Herstellerangabe zu ersetzen.
Aber die Wirtschaft hat eben eine Lobby im Bundestag. Die Bürger nicht!
Und so kommt Schwarzwälder Schinken auch weiter nicht zwingend aus dem Schwarzwald!

Es sind die Lagerkosten für den heimischen Appel. Der aus Neuseeland hat deswegen trotz Transportkosten die bessere CO2 Bilanz, global betrachtet.
Regional betrachtet, ich kenne noch den Bratapfel aus dem eigenen Keller von Dezember bis zum ersten frischen Obst und Gemüse vom heimischen Feld. Aber dafür ist heute wohl kein Haushalt mehr ausgerüstet.
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