Anarchie in New Orleans
„Die Menschen sind nicht mehr sie selbst“

Die Situation in New Orleans verschlimmert sich fast stündlich. Die Stadt versinkt nach dem Hurrikan „Katrina“ nicht nur im Wasser, sondern auch in der Anarchie. Die in das Katastrophengebiet entsandten Reporter der US-Medien berichten in erschütternden Berichten von Raub, Mord und Vergewaltigungen. Als letztes Mittel hat Gouverneur Kathleen Blanco angekündigt, mit Waffengewalt gegen Gesetzesbrecher vorzugehen.

HB NEW ORLEANS. „Die Menschen sind nicht mehr sie selbst“, sagt ein Augenzeuge. Die Bewohner würden immer rücksichtsloser - sei es aus Hunger, mangelndem Schuldbewusstsein oder purer Gier. Plünderungen von Supermärkten sind an der Tagesordnung, mittlerweile toleriert die Polizei Beobachtern zufolge den Diebstahl von Lebensmitteln oder anderen lebenswichtigen Waren. Aber die Räuber wollen mehr, verlassen die Geschäfte zum Beispiel mit Einkaufswagen voller Kleidung. Immer wieder eskaliert die Gewalt in Schießereien zwischen Gesetzesbrechern und Polizisten sowie Nationalgardisten.

Erschüttert sind die Menschen auch von Berichten über die Vergewaltigung eines 13 Jahre alten Mädchens im Convention Center. Eine Frau erzählte dem Nachrichtensender CNN, dem Mädchen seien beide Fußgelenke gebrochen worden. „Wir gingen zur Polizei und dort wurde uns gesagt, wir hätten die Stadt nun einmal vor dem Sturm verlassen sollen - jetzt müssen wir damit leben“.

Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, sandte einen „verzweifelten SOS-Ruf“. Die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, hat 40 000 Nationalgardisten angefordert, um für Ordnung zu sorgen. Präsident George W. Bush kündigte „Null Toleranz“ gegenüber Plünderern an.

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