Andere Fluggeräte stehen im Museum
Hinter Fossett steht Luftfahrtlegende Rutan

Die amerikanische Luftfahrtlegende Burt Rutan hat das Spezialflugzeug „GlobalFlyer“ entwickelt, mit dem Steve Fossett seinen Solo-Rekordflug um die Erde absolviert. Bis Shanghai hat es der Abenteurer bereits geschafft.

HB WASHINGTON. Der amerikanische Abenteurer Steve Fossett fliegt weiter auf Rekordkurs und fühlt sich an Bord seines Spezialflugzeuges pudelwohl. „Ich habe es hier bequem, genug Ellbogenfreiheit, ich kann alles erreichen, ich kann nicht klagen“, ließ der 60-jährige Soloflieger aus dem zwei Meter großen Cockpit wissen. Fossett nimmt es dabei sportlich, dass bei seinem Flugzeug an allem gespart wurde - vor allem an jeglichem Komfort. Selbst bei Start und Landung muss sich der Milliardär Polster unter den Hintern schieben, um richtig sehen zu können.

Ansonsten ist sein Spezialflugzeug „GlobalFlyer“ ein fliegendes Wunderwerk. Die Einzelanfertigung stammt aus der Werkstatt des kalifornischen Luftfahrtunternehmens „Scaled Composites“. Die auf außergewöhnliche Flugzeugtypen spezialisierte Firma wurde 1982 von Luftfahrtlegende Burt Rutan gegründet.

Seitdem genießt der 61-jährige Rutan in der Branche den Ruf eines Meistermachers. Im Dezember 1986 schickte er seinen Bruder Dick und Jeana Yeager mit seinem Eigenbau „Voyager“ auf die Reise. Trotz Taifun und Ausfalls einer Benzinpumpe schafften beide in neun Tagen und drei Minuten den ersten Non-Stop-Flug um die Welt ohne aufzutanken. Die „Voyager“ steht heute im Smithsonian-Museum in Washington.

Dort wird in Kürze auch das zweite Meisterwerk Rutans ausgestellt - das erste privat finanzierte Raumfahrzeug „SpaceShipOne“. Mit dem Raketenflugzeug flog Pilot Mike Melville im September und Oktober des vergangenen Jahres zwei Mal innerhalb von 14 Tagen in eine Höhe von über 100 Kilometer und kratzte damit am Rand des Orbits.

Der britische Luftlinienmogul Richard Branson war vom „SpaceShipOne“ so angetan, dass er sofort die Technologie kaufte. Ab 2007 will Branson mit einem modifizierten Typ die ersten Touristen in den Orbit schicken und mit Weltraumtourismus Geld verdienen. Weil Rutan beim Brechen von Rekorden derzeit eine sichere Bank zu sein scheint, sponserte Branson auch dessen neueste Flugzeugkreation, den „GlobalFlyer“. Das Flugzeug sieht aus wie ein Trimaran, ein Boot mit drei parallelen schmalen Rümpfen. Dabei gleicht es einem „fliegenden Treibstofflager“, weil beim Start die drei parallelen Tanks rund 83 Prozent des Gesamtgewichts ausmachten.

Zwischen dem Rekordflug von 1986 und dem derzeitigen von Fossett liegen politische und technische Welten. 1986 verweigerte Libyen noch den Überflug über den eigenen Luftraum. Dieses Mal hätten die Libyer etwas gutmachen wollen, witzelte das Flugkontrollzentrum in Salina im US-Bundesstaat Kansas, weil alles problemlos lief.

Rutans „GlobalFlyer“ ist im Vergleich zu seiner „Voyager“ von 1986 wie ein Meisterwerk aus einer anderen Galaxie. Die „Voyager“ flog noch in einer Höhe von 3,4 Kilometern, und schon beim Start brachen Teile an der Flügelspitze ab. Fossett kreuzt dagegen in 16 Kilometer Höhe und freut sich über jeden Jetstream, der ihn von hinten schiebt. Denn beim Thema „Treibstoff sparen“ muss Fossett gewarnt sein: Vor 28 Jahren erreichte Rutans „Voyager“ nach mehr als 40 000 Kilometer Flug nur mit Ach und Krach den Heimatflughafen - mit ganzen 48 Kilogramm Treibstoff an Bord.

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