Anders Behring Breivik

Oslo-Attentäter übte das Schießen jahrelang im Schützenverein

Der Attentäter von Oslo übte jahrelang in einem Osloer Schützenverein das Schießen, aufgefallen sei Anders Behring Breivik allerdings nicht, teilte der bestürzte Oslo Pistolklubb mit.
Update: 28.07.2011 - 12:58 Uhr Kommentieren
Tiefe Trauer in Norwegen
Survivors of a shooting rampage on the Utoeya island break out in tears following a memorial service in the Oslo cathedral
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Während eines Trauergottesdienstes brechen Überlebende des Blutbads von Utøya in Tränen aus.

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Der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg gedenkt in einer Kirchen den Opfern des Massakers und des Bombenanschlags.

huGO-BildID: 22783436 Bente Ryan (L)
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Zum Gedenken der Opfer werden Kerzen angezündet.

Norway Explosion
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Kronprinz Haakon und seine Frau Mette-Marit verlassen eine Kirche nach einem Trauergottesdienst.

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Familienangehörige und Freunde weinen um die Opfer des Massakers von Oslo.

CORRECTION Norway Explosion
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Um die Insel Utøya suchen Rettungskräfte immer noch nach möglichen Opfern. Viele versuchten, über das Wasser zu entkommen.

Norwegian PM Jens Stoltenberg, his wife Ingrid Schulerud and Eskil Pedersen, the leader of the youth wing of ruling Labour Party, lay flowers on the ground before a memorial service at a cathedral in Oslo
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Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg legt gemeinsam mit seiner Frau Ingrid Schulerud Blumen nieder. Bei ihnen ist Eskil Pedersen, Vorsitzender der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Partei Norwegens.

OsloSechs Tage nach den bestürzenden Attentaten mit 76 Toten auf der Insel Utöya und acht Toten im Regierungsviertel von Oslo kommen weitere Einzelheiten ans Licht, wie sich Anders Behring Breivik auf den Massenmord vorbereitet hat. Der geständige Attentäter von Norwegen war über mehrere Jahre Mitglied in einem Schützenverein bei Oslo. Anders Behring Breivik habe von 2005 bis 2007 und dann wieder ab Juni 2010 dem Verein angehört, bestätigte der Oslo Pistolklubb auf seiner Internet-Seite. Als Mitglied habe er an insgesamt 13 Trainingseinheiten und einem Wettbewerb teilgenommen. Der 32-Jährige sei dabei im Club „nicht durch politische Positionen“ aufgefallen. Es habe keine Hinweise gegeben, „die als Alarmsignal vor den äußerst tragischen Ereignissen“ vom vergangenen Freitag hätten dienen können. Der 400 Mitglieder zählende Schützenverein setzte alle Übungen bis auf weiteres aus und erklärte sich „wie alle Welt bestürzt“ über den Doppelanschlag.

Durch die Mitgliedschaft in dem Schützenverein hatte der Attentäter die Möglichkeit, legal an Waffen für seine Tat zu kommen.

Sekunden vor der Festnahme des Attentäters beim Massaker auf der Insel Utøya sollte der Täter durch Schüsse unschädlich gemacht oder getötet werden. Wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, hatten Angehörige der Eliteeinheit bereits auf den Rechtsradikalen Anders Behring Breivik angelegt.

Als sich einer der Polizisten sicher war, dass der 32-Jährige unbewaffnet war, wurde der Schießbefehl in letzter Sekunde zurückgenommen. Auschlag gebend sei gewesen, dass Breivik keinen Sprengstoff am Körper trug, hieß es. Der Attentäter kam mit erhobenen Armen auf die Beamten zu.

In dem NTB-Bericht hieß es weiter, dass er schon kurz nach seiner Festnahme versuchte, mit der Polizei zu „verhandeln“. Er sei mehrere Stunden in einem Haus auf der kleinen Fjordinsel festgehalten worden, ehe ihn die Polizei in ihre Osloer Zentrale brachte.

Die Zeitung „Aftenposten“ berichtete, dass die Polizei Breivik auf Überwachungskameras im Osloer Regierungsviertel schon vor Beginn des des Massakers auf Utøya als Täter identifizieren konnte. In Oslo hatte er einen gemieteten Kleintransporter mit 500 Kilogramm Sprengstoff geparkt, ehe er in einem anderen Mietwagen zur 40 Kilometer entfernten Insel Utøya weiterfuhr.

Glück verhinderte Einsturz des Regierungssitzes
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