Angaben türkischer Behörden
Kurzschluss soll Brandursache am Istanbuler Flughafen sein

Einen Tag nach dem Großbrand auf dem internationalen Istanbuler Atatürk-Flughafen ist die Brandursache noch nicht völlig geklärt. Nach Angaben türkischer Behörden ist das Feuer höchstwahrscheinlich jedoch auf einen Kurzschluss zurückzuführen.

HB ANKARA. Damit widersprachen die Behörden am Donnerstag einer kurdischen Extremistengruppe, die das Feuer gelegt haben will. Bei dem Brand am Mittwoch waren zwei Lagerhallen völlig ausgebrannt. Es entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Der Frachtverkehr wurde vorübergehend lahm gelegt, der Passagierbetrieb ging weiter.

„Die Sicherheitskräfte haben die nötigen Untersuchungen vorgenommen. Nach unseren jetzigen Informationen gibt es keinen Hinweis auf Sprengstoff“, sagte der stellvertretende Gouverneur Vedat Muftuoglu. Die Befreiungsfalken Kurdistans (TAK) erklärten jedoch in einem Bekennerschreiben, das Feuer sei ein „Sabotageakt“. Damit habe die Gruppe gegen die Behandlung der kurdischen Minderheit in der Türkei protestieren wollen, berichtete die prokurdische Nachrichtenagentur Firat, die den Brief per Fax erhalten hatte.

Die TAK haben lose Verbindungen zur kurdischen Separatistengruppe PKK und gelten als Urheber einiger Sprengstoffanschläge. Erst kürzlich hatte die Gruppe davor gewarnt, dass sie weitere Anschläge in türkischen Städten plane.

Der Großbrand war am Mittwochnachmittag bei der Frachtfirma Havas ausgebrochen und hatte sich schnell ausgebreitet. Dicke schwarze Rauchschwaden ballten sich über dem Flughafen. Die Feuerwehr wurde von einem Löschflugzeug unterstützt. Wie der private Fernsehsender NTV berichtete, konnte das Feuer erst nach mehr als einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden, weil eine große Menge von Textilien in der Halle lagerte und in Flammen aufging. Etwa 250 Menschen, die in den Gebäuden arbeiteten, hatten sich vor dem Feuer in Sicherheit bringen können. Einige nahe Gebäude und ein Hotel wurden evakuiert. Drei Menschen wurden wegen Rauchvergiftung behandelt. Am Donnerstag waren Feuerwehrleute noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Wie das Transportministerium mitteilte, wurden Frachtflüge zu anderen Flughäfen umgeleitet.

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