"Angst und Kältehauch"
Basstöne lehren das Fürchten

In alten Schlössern und Kirchen treiben englischen Forschern zu Folge keine Geister ihr Unwesen. Das beklemmende Gefühl, das sich beim Besuch eines "Spukhauses" einstellt, soll von ganz tiefen Basstönen herrühren.

HB LONDON. Britische Forscher haben möglicherweise eine enttäuschend nüchterne Erklärung für Spukhäuser und unheimliche, alte Kirchen gefunden. Demnach sind es keine Geister, die dort ein Gefühl der Beklemmung erzeugen, sondern Töne mit einer so niedrigen Frequenz, dass sie nicht gehört, wohl aber gefühlt werden können. Sie können unter anderem vom Wind und von elektronischen Geräten ausgelöst werden. Wie der „Independent“ am Montag berichtete, unterlegten die Forscher ein Konzert vor 750 Zuhörern in London teilweise mit besonders tiefen Basstönen.

Die Zuhörer wurden anschließend dazu befragt, ob ihnen irgendetwas komisch vorgekommen sei. Für alle Teile des Konzerts - auch solche ohne die Niedrig-Frequenz-Töne - fanden sich Zuhörer, die über seltsame Gefühle berichteten. Bei den Passagen, die mit den „Infra- Tönen“ unterlegt waren, war diese Gruppe jedoch um 22 Prozent größer. Manchen Menschen lief ein Schauer über den Rücken, andere verspürten Angst oder einen Kältehauch. Etwa die Hälfte empfand das Erlebnis eher als negativ, die andere Hälfte eher als positiv.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Niedrig-Frequenz-Töne ungewöhnliche Erfahrungen bei Leuten auslösen können“, sagte der Psychologe Richard Wiseman von der Universität Hertfordshire. Die Töne würden in vielen Kirchen und Kathedralen von den längsten Orgelpfeifen erzeugt. Auch Wind, Straßenverkehr und elektrische Geräte könnten die Töne hervorbringen. Bezeichnend sei, dass sie auch ausreichten, um Kerzen flackern zu lassen

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