Angst vor Anschlägen Sicher schunkeln im Karneval

Strenge Sicherheitsvorkehrungen gehören zum Karneval wie Kamelle und Kostüme. Nach dem Terroranschlag von Berlin wird nun noch einmal aufgerüstet. Die Feierlaune muss darunter nicht leiden.
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Bei den deutschen Karnevalsumzügen ist die Polizei in diesem Jahr deutlich präsenter. Quelle: dpa
Erhöhte Sicherheit

Bei den deutschen Karnevalsumzügen ist die Polizei in diesem Jahr deutlich präsenter.

(Foto: dpa)

Die Rosenmontagszüge rollen und sind stärker gesichert als je zuvor. In Köln dürfen am Rosenmontag keine Lastwagen über 7,5 Tonnen in die Innenstadt fahren. „Bei drohenden Gefahren werden wir konsequent einschreiten“, kündigte Polizeipräsident Jürgen Mathies an. Auch Düsseldorf hat ein Lastwagen-Fahrverbot verhängt.

In Düsseldorf und Köln will die Polizei Beamte mit Maschinenpistolen einsetzen. Zudem werden einige Straßen an den tollen Tagen mit großen Fahrzeugen, Containern und Betonblöcken abgesperrt. Auch Bonn, Essen und zahlreiche andere Städte planen Fahrzeugsperren. So soll verhindert werden, dass ein Täter einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuert - wie bei den Anschlägen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt und auf der Uferpromenade in Nizza.

„Donald Trump ist ein Göttergeschenk“
Widerstand
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Blick in die Wagenbauhalle vor dem Start des Düsseldorfer Rosenmontagszugs: Die lädierte Freiheitsstatute mit dem Kopf von US-Präsident Donald Trump. Das passt zum diesjährigen Umzugsmotto: „Uns kritt nix klein – Narrenfreiheit, die muss sein“.

Vergewaltiger
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Auf einem anderen Wagen missbraucht Trump mit verzerrtem Gesicht und hochrotem Kopf die vor ihm knieende Freiheitsstatue.

Trump ist nicht allein
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Unterwegs in der Stadt: Es tummeln sich weitere Donalds in Düsseldorf.

Karnevalswagenbauer Jacques Tilly
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Bis zuletzt hatte der Düsseldorfer Wagenbauer Jaques Tilly seine Trump-Motive geheim gehalten. Er sagte nur: „Trump ist natürlich eine Karikatur an sich und damit ein Göttergeschenk für Karikaturisten.“

Raupenplage am Rathaus
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Die bedrohte Demokratie ist ein großes Thema beim Düsseldorfer Zug – nicht nur in den USA ist der Rechtsstaat bedroht.

„Blond ist das neue Braun“
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Auf einem weiteren Wagen wird Donald Trump unter dem Titel „Blond ist das neue Braun“ neben der Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, und dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders gezeigt. Ebenfalls mit dabei: ein blondierter Adolf Hitler.

Vierer-Bande
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Auf der Strecke ist das blonde Quartett ein beliebtes Fotomotiv.

Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko, heißt es. In Mainz werden Spezialeinsatzkräfte und Hubschrauber in Bereitschaft gehalten. An neuralgischen Plätzen wie vor dem Mainzer Hauptbahnhof wird eine Videoüberwachung eingerichtet. „Die Polizei muss alles tun, damit die Fastnachtsumzüge geschützt sind“, hatte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) im Vorfeld klargestellt.

In Düsseldorf sollen an einigen Stellen Beamte mit Maschinenpistolen bereitstehen. Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko. Darauf verweisen auch die Polizei in Nürnberg und anderen bayerischen Städten. Züge abzusagen, sei vor diesem Hintergrund nicht nötig.

Die Kosten für die verstärkten Sicherheitsanforderungen stellen vor allem die Karnevalisten abseits der großen Hochburgen vor Probleme. Der Festausschuss Leverkusener Karneval zum Beispiel kalkuliert mit bis zu 5000 Euro Mehrkosten, die nun größtenteils von Sponsoren übernommen würden. „Wir müssen dieses Mal zusätzliche Straßen absperren, und die Ordner müssen länger arbeiten“, erläutert Uwe Krause vom Festausschuss.

In Hilden stand der traditionelle Rosenmontagszug sogar kurzzeitig auf der Kippe: Zusätzliches Personal und Sperren sollten mehrere Tausend Euro kosten. Erst ein Sponsor, der acht Fahrzeuge für die Absperrungen bereitstelle, habe den Zug ermöglicht. Der traditionelle Karnevalszug in Velbert-Tönisheide bei Düsseldorf fällt in diesem Jahr aus.

„Karneval ist ein Fest des rauschhaften Vergessens“
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