Angst vor Anschlägen
Sicher schunkeln im Karneval

Strenge Sicherheitsvorkehrungen gehören zum Karneval wie Kamelle und Kostüme. Nach dem Terroranschlag von Berlin wird nun noch einmal aufgerüstet. Die Feierlaune muss darunter nicht leiden.
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Die Rosenmontagszüge rollen und sind stärker gesichert als je zuvor. In Köln dürfen am Rosenmontag keine Lastwagen über 7,5 Tonnen in die Innenstadt fahren. „Bei drohenden Gefahren werden wir konsequent einschreiten“, kündigte Polizeipräsident Jürgen Mathies an. Auch Düsseldorf hat ein Lastwagen-Fahrverbot verhängt.

In Düsseldorf und Köln will die Polizei Beamte mit Maschinenpistolen einsetzen. Zudem werden einige Straßen an den tollen Tagen mit großen Fahrzeugen, Containern und Betonblöcken abgesperrt. Auch Bonn, Essen und zahlreiche andere Städte planen Fahrzeugsperren. So soll verhindert werden, dass ein Täter einen Lastwagen in eine Menschenmenge steuert - wie bei den Anschlägen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt und auf der Uferpromenade in Nizza.

Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko, heißt es. In Mainz werden Spezialeinsatzkräfte und Hubschrauber in Bereitschaft gehalten. An neuralgischen Plätzen wie vor dem Mainzer Hauptbahnhof wird eine Videoüberwachung eingerichtet. „Die Polizei muss alles tun, damit die Fastnachtsumzüge geschützt sind“, hatte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) im Vorfeld klargestellt.

In Düsseldorf sollen an einigen Stellen Beamte mit Maschinenpistolen bereitstehen. Es gebe zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ein abstraktes Sicherheitsrisiko. Darauf verweisen auch die Polizei in Nürnberg und anderen bayerischen Städten. Züge abzusagen, sei vor diesem Hintergrund nicht nötig.

Die Kosten für die verstärkten Sicherheitsanforderungen stellen vor allem die Karnevalisten abseits der großen Hochburgen vor Probleme. Der Festausschuss Leverkusener Karneval zum Beispiel kalkuliert mit bis zu 5000 Euro Mehrkosten, die nun größtenteils von Sponsoren übernommen würden. „Wir müssen dieses Mal zusätzliche Straßen absperren, und die Ordner müssen länger arbeiten“, erläutert Uwe Krause vom Festausschuss.

In Hilden stand der traditionelle Rosenmontagszug sogar kurzzeitig auf der Kippe: Zusätzliches Personal und Sperren sollten mehrere Tausend Euro kosten. Erst ein Sponsor, der acht Fahrzeuge für die Absperrungen bereitstelle, habe den Zug ermöglicht. Der traditionelle Karnevalszug in Velbert-Tönisheide bei Düsseldorf fällt in diesem Jahr aus.

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