Angst vor Epidemien in New Orleans
Das Wasser geht, die Mücken kommen

Das Hochwasser in New Orleans beginnt eine Woche nach dem Hurrikan „Katrina“ zu sinken. Auch das Loch in dem gebrochenen Damm konnte gestopft werden. Derweil wächst die Furcht vor Epidemien. Einige Flüchtilinge sollen sich bereits mit einem gefährlichen Bakterium infiziert haben.

HB NEW ORLEANS. Nachdem die ersten Pumpen repariert seien, werde das Wasser aus den Straßen der Stadt abgesaugt und in den Ponchartrain-See geleitet, berichtete der Nachrichtensender CNN. Das Loch in dem Damm an der 17. Straße, so groß wie ein Fußballplatz, konnte mit schweren Sandsäcken gefüllt werden, die von Hubschraubern abgeworfen wurden. Nach Schätzungen von Experten wird trotz erster Erfolge mindestens drei Monate dauern, die zu 80 Prozent überschwemmte Stadt trockenzulegen.

Obwohl Polizei und Soldaten inzwischen von Haus zu Haus gehen und die verbliebenen Bewohner auffordern, die Stadt zu verlassen, weigern sich viele, ihre Wohnung aufzugeben. „Wir sagen immer wieder, dass die Stadt völlig zerstört ist“, sagte der Polizeichef der Stadt, Warren Riley, am Montagabend (Ortszeit). „Wir versuchen sie zu überzeugen, dass es sinnlos ist zu bleiben - es gibt weder Arbeit noch Lebensmittel“, erklärte Riley.

US-Präsident George W. Bush hatte bei seinem zweiten Besuch des Katastrophengebiets am Montagabend eingeräumt, dass es noch viel zu tun gebe. Der Präsident war wegen der langsamen Washingtoner Reaktion auf die Katastrophe kritisiert worden. Am Sonntag machte das Weiße Haus mit Notstandsregelungen in acht weiteren Bundesstaaten den Weg für die Vergabe von Bundesgeldern für die Flüchtlingshilfe frei.

Bush dankt Schröder

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte Bush während eines Aufenthalts in einer Notunterkunft in Baton Rouge (Louisiana), in der vor allem Familien mit Kindern untergebracht sind. „Die Regierung tut auf allen Ebenen das Beste, was sie kann.“ Der Präsident lobte die Hilfsbereitschaft der Amerikaner als „einfach erstaunlich“.

Bush begrüßte auch die internationale Unterstützung. In einem persönlichen Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder dankte er ihm ausdrücklich für „die enormen Hilfsangebote“. Die Bundesregierung und das deutsche Volk hätten großzügig auf die Katastrophe reagiert. Dies sei ein Beweis „für den humanitären Geist und die engen Beziehungen zwischen unseren Ländern“, schrieb der Präsident nach dpa-Informationen.

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