Anja Reschkes mutiger ARD-Kommentar „Dagegen halten, Mund aufmachen, Haltung zeigen“

In Zeiten brennender Flüchtlingsheime dürfen Hasskommentare bei Facebook & Co. nicht ignoriert werden, fordert Anja Reschke in ihrem „Tagesthemen“-Kommentar. Die Unterstützung im Social Web ist überwältigend.
43 Kommentare


Hamburg„Wenn ich jetzt hier öffentlich sage: Deutschland soll auch Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen, was glauben Sie, was dann passiert?”, fragt Anja Reschke zu Beginn ihres Tagesthemen-Kommentars. „Schön wäre, wenn darüber sachlich diskutiert würde.“ Aber sie ist sich sicher, von Hasskommentaren überrollt zu werden: „Scheiß Kanaken, wie viel wollen wir noch aufnehmen? Die soll man anzünden, all so was halt.“

Besonders erschütternd findet sie, dass auch ein bislang „kleiner, rassistischer Niemand“ mittlerweile im Netz für seine Parolen Applaus und Likes bekommt. Ihre Antwort darauf ist deutlich: „Die Hassschreiber müssen kapieren, dass diese Gesellschaft das nicht toleriert. Wenn man also nicht der Meinung ist, dass alle Flüchtlinge Schmarotzer sind, die verjagt, verbrannt oder vergast werden sollten, dann sollte man das ganz deutlich kund tun.“

Bei Facebook wurde das Video des Kommentars bereits über 1,8 Millionen mal angesehen und knapp 50.000 mal geteilt. Anfang des Jahres hatte Anja Reschke bereits mit ihrem Kommentar zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz beeindruckt, in dem sie ebenfalls starke Worte fand: „Dieser Teil unserer Geschichte ist in seiner Abartigkeit so einzigartig, dass er gar nicht vergessen werden kann.“

Die Moderatorin weiß, dass ihre Ansprache polarisieren und die Flüchtlingsdebatte womöglich weiter aufpeitschen wird. Sie schließt mit den Worten: „Und ich freue mich jetzt schon auf die Kommentare zu diesem Kommentar.“ Zwar gibt es tatsächlich einige kritische Reaktionen auf ihr Video („Normale Menschen fühlen sich normalerweise zu Hause am wohlsten! Und genau da gehören diese Scheinflüchtigen auch hin!“), doch die Zustimmung überwiegt. Hunderte Menschen bedanken sich bei der Panorama-Chefin und rufen ebenfalls zum Widerstand gegen den Hass im Netz auf.

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43 Kommentare zu "Anja Reschkes mutiger ARD-Kommentar: „Dagegen halten, Mund aufmachen, Haltung zeigen“"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wir alle sind "diese Gesellschaft". Die Moderatorin soll nicht so tun, als akzeptiert "diese Gesellschaft", dass ihre Kultur scheibchenweise zersetzt wird.
    Und "dann sollte man das ganz deutlich kund tun.“
    Das muss dann aber auch gelten, wenn man anderer Meinung ist.

  • Nix verschwunden, stehen nur weiter unten. Aber immer gleich Zensur schreien...

  • Wie war doch gleich der Schlagertitel aus den 70ern oder 80ern oder von wann auch immer: Wunder gibt es immer wieder...
    Bevor Sie hier Ihre Vermutungen als Wahrheiten posten, sollten Sie doch mal die Augen aufmachen. Alle vorhergehenden Kommentare sind doch noch da. Einfach mal nach unten scrollen und die weiteren Kommentarseiten aufrufen.

  • Seitenweise systemferne Kommentare, die mussten entfernt werden. Alles
    andere wäre ein Wunder.

  • Was Sie so alles erkennen.....
    Einfach mal runterscrollen, dann wird das schon was mit dem Kommentar!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Keineswegs ist es mutig, den drängenden Erwartungen der politisierten Vorgesetzten zu entsprechen, um sich liebkind zu machen. Wen interessieren denn schon die Shitstorms?

    Mutig wäre gewesen, sich im öffentlich-rechtlichen Raum - der ja bereits ein Großraum, ja wie Großreich etwa, ist - mit einer vernunftgesteuerten Ansicht zu Wort zu melden.
    Das aber geschieht auf keinem der unzähligen Kanäle.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • was soll das liebe Herren vom Handelsblatt, sehen so freie Meinungsäusserungen aus

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