Anschläge von Madrid
30 000 Jahre Haft für Attentäter von Madrid

Im Prozess um die Terroranschläge von Madrid 2004 wurden die ersten Hauptangeklagten zu Höchststrafen verurteilt. Es gab allerdings auch eine Überraschung.

HB MADRID. Dreieinhalb Jahre nach den Bombenanschlägen auf vier Madrider Pendlerzüge sind 20 Angeklagte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Drei der Haupttäter, zwei Marokkaner und ein Spanier, erhielten jeweils mehr als 30 000 Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte für sie jeweils fast 40 000 Jahre Haft gefordert.

Der Nationale Gerichtshof Spaniens sprach aber acht der insgesamt 28 Angeklagten frei. Darunter war überraschend auch der Ägypter Rabei Osman el Sayed, in dem die Anklage einen der Drahtzieher der Anschläge vom 11. März 2004 gesehen hatte. Sieben mutmaßliche Haupttäter hatten sich drei Wochen nach den Anschlägen der Festnahme entzogen, indem sie sich selbst das Leben nahmen.

Auch bei anderen Angeklagten blieben die Richter mit dem Strafmaß weit hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück. Die Entscheidung der drei Richter der Strafkammer unter dem Vorsitz von Javier Gómez Bermúdez fiel einstimmig.

Den Angeklagten wurde Beteiligung an der Serie von zehn Bombenexplosionen in Madrider Pendlerzügen am Morgen des 11. März 2004 zur Last gelegt. Die Anschläge waren die verheerendsten in der spanischen Geschichte. Dabei kamen 191 Menschen ums Leben, etwa 1800 wurden verletzt. Islamisten bekannten sich zu der Tat und bezeichneten sie als Racheakt für die Entsendung spanischer Truppen in den Irak.

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