Anschlag auf BVB-Bus: Tatverdächtiger war angeblich Soldat

Anschlag auf BVB-Bus
Tatverdächtiger war angeblich Soldat

Der Mann der den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt haben soll, war nach Medieninformationen Soldat bei der Bundeswehr. Er handelte nach ersten Erkenntnissen alleine – und aus Habgier.
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DüsseldorfDer Tatverdächtige im Fall des Anschlags auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund war einem Medienbericht zufolge Soldat bei der Bundeswehr. Der heute 28-Jährige leistete von April bis Dezember 2008 seinen Grundwehrdienst beim Lazarettregiment in Dornstadt bei Ulm ab, wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Freitag berichtete. Währenddessen soll er unter anderem in einer Unterstützungseinheit für die Sanitäter der Bundeswehr tätig gewesen sein, die sich um die Instandsetzung der Elektrotechnik kümmerte. Während seiner dreimonatigen Grundausbildung wurde er auch - wie üblich - im Umgang mit Waffen geschult.

Spezialkräfte der GSG9 hatten den 28-Jährigen am Freitagmorgen festgenommen. Laut Mitteilung der Generalbundesanwaltschaft wird dem Mann versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Gegen den Mann wurde am Freitagabend Haftbefehl erlassen. Die Behörde erklärte am Mittag, bisher gäbe es keine Hinweise auf weitere Täter oder Komplizen.

Im Zuge der Festnahme hat es allerdings Durchsuchungen in vier baden-württembergischen Städten gegeben. Dabei handelt es sich um Freudenstadt, Rottenburg, Tübingen und Haiterbach (Landkreis Calw), wie das Landes-Innenministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte. Der 28 Jahre alte Tatverdächtige komme aus Freudenstadt. Die Bundesstaatsanwaltschaft hat „Kommunikationsmittel sichergestellt“, die jetzt ausgewertet werden, auch in Hinblick auf die Beteiligung weiterer Personen. Der Verdächtige werde noch am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Entsprechend wenig Details könnten zum jetzigen Zeitpunkt genannt werde, sagte eine Sprecherin am Freitagmittag.

Den Ermittlern zufolge hatte Sergej W. aus dem Raum Tübingen Geldgier als Motiv. Die Geldwäscheanzeige einer Bank und ein Hinweis aus dem Finanzsektor hätten zu dem Verdächtigen geführt. Mitarbeiter der „Comdirect“-Bank hatten der Polizei eine Verdachtsanzeige wegen Geldwäsche gegen den Deutsch-Russen übermittelt, der Kauf erschien ihnen verdächtig. Der Festgenommene habe vor dem Anschlag auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gesetzt. Dies bestätigte die Bundesstaatsanwaltschaft ausdrücklich.

Das Kalkül: Durch die Explosion sollte der BVB-Aktienkurs zum Einsturz gebracht werden. Davon hätte der Täter dann profitiert, da er sich am Tag des Anschlages, dem 11. April, 15.000 Put-Optionsscheine gekauft hatte. Die Bundesstaatsanwaltschaft sprach von „mehreren zehntausend Euro“, die der Verdächtige eingesetzt hätte. NRW-Innenminister Ralf Jäger nannte am Mittag eine konkrete Summe, bezog sich hier aber nur auf einen Kredit den der Angeklagte aufgenommen hätte, „nach meinem jetzigen Kenntnisstand 79.000 Euro.“

Put-Optionsscheine gewinnen an Wert, wenn eine Aktie fällt. Gab es im Vorfeld bisher verschiedene Angaben, wie viel Profit der mutmaßliche Täter mit dem Einsatz hätte machen, verwies die Staatsanwaltschaft auf laufende Berechnungen des BKA. Zuvor hatte es geheißen, bis zu vier Millionen Euro Gewinn seien möglich gewesen. Diese Zahl wurde bisher nicht bestätigt. Nach exklusiven Handelsblatt-Berechnungen dürfte sie aber deutlich überzogen sein.

Tatsächlich reagierte die BVB-Aktie auf den Anschlag mit Kursverlusten – allerdings nur mit leichten Abschlägen. Hatte sie am 11. April vor dem Anschlag am Abend noch mit 5,61 Euro den Xetra-Handel beendet, fiel sie im Tagesverlauf des 12. April im Tiefpunkt auf 5,50 Euro. Das entspricht einem Minus von zwei Prozent und ist kein starker Kurseinbruch. Den Handel am 12. April beendete die BVB-Aktie sogar mit Zugewinnen von 1,8 Prozent bei 5,71 Euro.

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Dank gilt den Ermittlern

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  • Ukrainer? sind das nicht diejenigen, denen die EU visafreie Einreise ermöglichen will oder schon für die nahe Zukunft gestattet hat?

  • @ Herr Tomas Maidan

    >> Kriminalität von Russen in Deutschland ist genauso ein Problem, wie die vielen Islamisten hier! >>

    Man hat gehört, dass der Verdächtige aus der Ukraine war. Es soll der Russischen Sprache gar nicht mächtig gewesen sein.

    Die Flächendeckenden Verbrecher aus dem Osten kommen überwiegend aus der Ukraine. Sie sind insbesondere auf Raubzüge spezialisiert.
    Sie gehen auch sehr clever vor. Schleusen in BETUCHTE Haushalte Bedienstete ein ( Köche, Putzkräfte, Hausmädchen ), die das Terrain ausspähen und schlagen dann in Abwesenheit der Bewohner zu.

  • Die Überschrift "Tatverdächtiger war angeblich Soldat" ist absolut sinnfrei. Warum? Dem Text ist zu entnehmen, dass er 2008 als Wehrpflichtiger im Sanitätsdienst gedient. Ich sehe den Zusammenhang Soldat - Verbrecher genauso wenig bei ihm als bei den anderen Millionen von Wehrpflichtigen, die bis 2011 Ihre Wehrpflicht abgeleistet haben. "Tatverdächtiger war angeblich Soldat" kling aber viel reizvoller als "Tatverdächtiger war angeblich Elektrotechniker oder Bäcker". Hat das Handelsblatt so eine reißerische, zudem irreführende Überschrift nötig?

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