Anschlag
Mehr Tote bei Terrorakt in Russland befürchtet

Nach dem blutigen Terroranschlag auf einen voll besetzten Schnellzug im Nordwesten Russlands befürchten die Behörden deutlich mehr Tote als bislang bekannt.
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dpa MOSKAU. Ermittler teilten am Sonntag mit, dass die Wucht der Bombenexplosion viele Passagiere des Zugs "Newski Express" in Stücke gerissen habe. Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa sprach von 25 bestätigten Todesfällen und 26 Vermissten. Unter den rund 100 Verletzten seien auch sechs Ausländer, darunter aus Belgien und Italien, sagte die Ministerin nach Angaben der Agentur Interfax.

Der Bombenanschlag auf der Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg dürfte das schwerste Attentat außerhalb der Konfliktregion Nordkaukasus seit Jahren sein. 2004 kamen bei einem Terroranschlag auf die Moskauer Metro elf Menschen ums Leben. Zwei Sprengsätze brachten 2004 auch zwei russische Verkehrsflugzeuge im Westen des Landes zum Absturz, die Bilanz: 90 Tote.

Zu dem Anschlag vom Freitag hat sich eine Gruppe extremistischer Nationalisten bekannt. Als Drahtzieher werden aber auch tschetschenische Untergrundkämpfer oder Kriminelle vermutet. "Tatsächlich ist die Rede von einem Terroranschlag", sagte der Sprecher der russischen Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin. Es sei zu früh, über Verdächtige zu sprechen.

Der Zug mit mehr als 650 Passagieren in den 13 Waggons war mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 Kilometern pro Stunde entgleist, nachdem eine Bombe mit einer Wucht von sieben Kilogramm TNT explodiert war. Der besonders auch von Geschäftsleuten genutzte "Newski Express" war bereits im August 2007 Ziel eines Anschlags. Dabei wurden 60 Menschen verletzt. Ermittler nahmen damals zwei Tschetschenen fest. Vor allem tschetschenische Untergrundkämpfer und ihnen nahestehende Extremisten aus der Konfliktregion Nordkaukasus haben in der Vergangenheit häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt.

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