Anschlag
Terror kehrt zurück nach Nordirland

Erstmals seit zwölf Jahren sind wieder Soldaten bei einem Terrorangriff in Nordirland ums Leben gekommen. Zwei Armeeangehörige wurden am Samstagabend vor einer Kaserne in der Grafschaft Antrim nördlich von Belfast erschossen, vier weitere Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt.

HB LONDON. Die Täter hatten nach Angaben der Polizei aus einem Auto die Schüsse abgefeuert. Obwohl sich zunächst niemand zu dem Anschlag bekannte, wurden schnell extremistische Republikaner verantwortlich gemacht. Diese bekämpfen den Friedensprozess in der ehemaligen britischen Krisenregion. Die Regierungen in Nordirland, Irland und Großbritannien verurteilten den Angriff scharf.

Die bisher unbekannten Täter eröffneten das Feuer vermutlich aus Maschinengewehren, als ihre Opfer Pizza von einem Lieferdienst entgegen nahmen. Anders als von Medien zunächst berichtet, waren die Täter nicht als Lieferanten getarnt. Bei den Verletzten handelt es sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London um Angehörige des Militärs. Einer der Verletzten schwebte am Sonntag in Lebensgefahr.

Der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson verschob eine Reise in die USA. Es handle sich "um eine schreckliche Mahnung an die Vergangenheit", sagte er. In der damaligen Krisenregion im Norden der Republik Irland kam es jahrzehntelang zu blutigen Kämpfen zwischen pro-britischen Protestanten und pro-irischen Katholiken.

Seit den 1960er Jahren fielen mehr als 3000 Menschen dem Terror von Gruppen wie der IRA zum Opfer. 1998 leitete das Karfreitagsabkommen den Friedensprozess ein. Der bisher letzte britische Soldat kam 1997 ums Leben. Erst kürzlich hatte der Polizeichef vor der Möglichkeit eines schweren Terroranschlags gewarnt.

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