Anschlagserie
Sarkozy ruft höchste Terrorwarnstufe für Toulouse aus

Nach dem vier Morden an einer jüdischen Schule in Toulouse steht Frankreich unter Schock. Es ist der dritte Anschlag in nur einer Woche. Präsident Sarkozy löst die höchste Terror-Alarmstufe aus.
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Paris/ToulouseFrankreich trauert um die vier Opfer eines Anschlags auf eine jüdische Schule in Toulouse. Am Montagabend nahmen mehr als 1000 Menschen an einer Feier in einer Pariser Synagoge teil.

Unter den Teilnehmern waren Staatspräsident Nicolas Sarkozy, sein sozialistischer Herausforderer bei den Präsidentenwahlen François Hollande sowie mehrere Minister. Tausende, die keinen Platz mehr in der Synagoge Nazareth gefunden hatten, verharrten vor dem Gotteshaus. Eine Demonstration von mehreren tausend Trauernden, die der Verband jüdischer Studenten organisiert hatte, führte von dem Platz der Republik zur Bastille. Viele der meist jungen Teilnehmer, schwenkten zum Zeichen der Einheit französischen Fahnen, berichteten Medien am späten Abend.

Ein Unbekannter hatte am Montag drei Schüler und einen Lehrer vor einer jüdischen Schule in Toulouse erschossen. Die Schüsse kamen aus derselben Waffe, mit der in der vergangenen Woche drei Soldaten getötet und einer schwer verletzt worden waren - ebenfalls in Toulouse und in der etwa 50 Kilometer entfernten Gemeinde Montauban. Nach dem mutmaßlichen Täter wird mit Hochdruck gefahndet.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter eine nicht namentliche genannte Quelle in den Reihen der Ermittler berichtete, gehen die Kriminalisten vor allem zwei Hypothesen nach: dass hinter den Anschlägen Islamisten oder Rechtsextremisten stecken könnten. Jedoch beschränke man sich nicht allein darauf. Auch andere Möglichkeiten würden in Betracht gezogen.

Drei der Soldaten hatten Wurzeln in Nordafrika, einer war ein Schwarzer. Jedes Mal beschrieben Zeugen den Täter als einen schwarz gekleideten Mann, der auf einem Motorroller geflüchtet war. Wegen des Anschlags unterbrachen die Parteien vorübergehend den Präsidentschaftswahlkampf. Sarkozy reiste noch am Vormittag nach Toulouse. Auch Hollande sagte alle Parteitermine ab und informierte sich am Nachmittag am Tatort.

Sarkozy sprach von einer nationalen Tragödie. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts im Élysée am Abend verhängte er die höchste Terror-Alarmstufe für die Region. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden nun besonders gesichert. Nach Angaben von Sarkozy handelt es sich beim Täter um denselben, der in den Tagen zuvor zwei Anschläge auf Soldaten verübt hatte. „Jedes Mal wenn dieser Mann in Aktion tritt, handelt er, um zu töten. Er lässt seinen Opfern keine Chance“, betonte Sarkozy.

Ein antisemitisches Motiv sei wahrscheinlich, der Mann sei gefährlich und müsse schnellstens gefasst werden. Vor Beginn des Unterrichts hatte der Täter am Montagmorgen vor der Ozar-Hatorah-Schule auf einen 30-jähriger Religionslehrer und seine beiden Kinder im Alter von drei und sechs Jahren geschossen, wie Staatsanwalt Michel Valet mitteilte. Das dritte Opfer war nach den Angaben zehn Jahre alt. Ein 17-Jähriger wurde schwer verletzt.

Mit derselben großkalibrigen Waffe waren schon am 11. und 15. März zwei Anschläge auf Soldaten in Toulouse und in Montauban verübt worden. Der Täter habe auch denselben, als gestohlen gemeldeten PS-starken Motorroller für seine Flucht genutzt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler. Völlig unklar sind dagegen die Hintergründe der Taten. Sarkozy ordnete für diesen Dienstag eine Schweigeminute um 11.00 Uhr zum Gedenken an die getöteten Kinder in allen Schulen an. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismus.

Die Tat gilt als einer der mörderischsten Anschläge auf eine jüdische Einrichtung seit drei Jahrzehnten, als ein Überfallkommando im jüdischen Viertel in Paris in der Rue des Rosiers in einem Restaurant sechs Menschen tötete. Vertreter jüdischer Gemeinden und der jüdische Weltkongress äußerten sich schockiert. Das israelische Außenministerium sprach von Entsetzen über die Nachrichten.

Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Außenminister Guido Westerwelle verurteilten den Anschlag. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte am späten Montagabend mit, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Sarkozy ihr Mitgefühl nach dem Anschlag von Toulouse und den Soldatenmorden übermittelt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • warum den immer Kinder?
    was können die den dafür, dass ihre Eltern sich einer Glaubensrichtung bekennen?
    -_-

  • Was für ein unglaublich dämlicher und herzloser Beitrag!

  • Alles findet seinen gerechten Ausgleich
    17 Menschen brutal durch Israelis ermordet !!!!!
    ---------


    Massaker in Gaza
    Israelische Luftschläge gegen Palästinenser fordern Tote und Verletzte. Raketenbeschuß Südisraels als Antwort


    Mit der »schlimmsten Luft­attacke seit dem Krieg 2008/09«, so Augenzeugen, hat die israelische Armee am Wochenende mindestens 17 Personen getötet, darunter ein zwölfjähriger Junge. Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden bis Sonntag früh mindestens 30 Personen verletzt, fünf von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Unter den Verletzten sind auch Muamin Shrafi, Reporter eines Satellitenfernsehsenders, und dessen schwangere Frau, meldete die palästinensische Nachrichtenagentur Maan News. Das Haus des Ehepaares sowie das von Nachbarn seien bei den Angriffen getroffen worden. Abu Salmiya, Vertreter der medizinischen Dienste in Gaza, forderte Maan News zufolge »internationale Organisationen und Menschenrechtsgruppen« auf, dem Blutvergießen in Gaza ein Ende zu bereiten. Die Angriffe verstießen gegen »die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und gegen die Vierte Genfer Konvention«, so Salmiya. Stromausfälle, Mangel an medizinischer Versorgung und ständige Militäroperationen brächten Gaza an den Rand einer »humanitären Katastrophe«.

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