Anstieg in Taiwan
China droht mit Todesstrafe für SARS-Verbreiter

Chinas Justiz droht mutwilligen oder fahrlässigen Verbreitern der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS jetzt sogar mit Gefängnis und der Todesstrafe. Das Oberste Gericht und der Generalstaatsanwalt veröffentlichten am Donnerstag einen drakonischen Strafenkatalog. Das chinesische Gesundheitsministerium meldete 52 neue Erkrankungen und vier Todesfälle seit Mittwoch. Taiwan registrierte mit 26 Fällen den bislang höchsten Anstieg an Neuerkrankungen, während die Weltgesundheitsorganisation WHO die kanadische Stadt Toronto von der Liste der gefährlichen SARS-Regionen strich.

HB/dpa PEKING/GENF/TAIPEH. In dem chinesischen Strafenkatalog heißt es, wer „absichtlich die ansteckende Krankheit verbreitet“, müsse mit Haft von zehn Jahren bis lebenslang oder gar der Todesstrafe rechnen, wenn er damit die öffentliche Sicherheit gefährde, sich der schweren Körperverletzung möglicherweise mit Todesfolge schuldig mache oder sonstigen schweren Schaden anrichte.

SARS-Patienten oder Verdachtsfälle, die sich der medizinischen Untersuchung, Quarantäne oder Behandlung widersetzten und damit eine weitere Ausbreitung verursachten, so dass die öffentliche Sicherheit gefährdet werde, müssten mit drei bis sieben Jahren Haft rechnen. Mit Blick auf Proteste aufgebrachter Bürger gegen geplante Quarantäneeinrichtungen in ihrer Nähe werden all jenen bis zu fünf Jahren Gefängnis angedroht, die Zwischenfälle oder Unruhen verursachten. Auch wer Gerüchte verbreite, müsse mit Haft bis zu fünf Jahren rechnen, hieß es weiter.

Der Chef des SARS-Krisenstabs für den ländlichen Raum, Vizelandwirtschaftsminister Liu Jian, sagte, es sei bislang „keine weit reichende Ausbreitung“ des Schweren Akuten Atemswegssyndroms (SARS) in ländlichen Gebieten entdeckt worden. Cai Quancai vom chinesischen Krisenstab sagte der Tageszeitung „China Daily“ dagegen, die Zahl der SARS-Gebiete nehme weiter zu. Es bestehe die Gefahr, dass die Krankheit mehr Menschen im ländlichen Raum erreiche.

In der Hauptstadt Peking wurden am Donnerstag 27 neue Kranke verzeichnet, der niedrigste Anstieg seit Beginn der täglichen Berichte am 20. April. Landesweit (ohne Hongkong) zählt China damit 5163 bekannte SARS-Fälle und 271 Tote. In Taiwan stieg die Zahl der Infizierten auf 264 und die Zahl der Toten auf 34. Weltweit registrierte die WHO bis Donnerstagabend 7699 Fälle und 598 Tote.

Toronto gehört nach Einschätzung der WHO nicht mehr zu den SARS- Verbreitungsgebieten. Diesen Beschluss fassten die WHO-Experten am Mittwochabend, wie es am Donnerstag in Genf hieß. Kriterium für die Streichung ist sei Tatsache, dass seit 20 Tagen keine neuen Fälle der Lungenkrankheit gemeldet wurde. Die WHO registrierte in Kanada bislang 23 Tote. Ein WHO-Experte erklärte, die Organisation sei optimistisch, dass Kanada die Krankheit jetzt im Griff habe.

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